Grüne Welten von Naemi Reymann

B.A.U.M.-Wettbewerb – PSFJ-Film Project Sunshine for Japan bei Buchmesse Frankfurt – mundraubRegiodromMake active choicesDMY & ecoStyle LEW-Film @ n.a.t.u.r.-Festival n.a.t.u.r. 2013 Earth Hour 2013Project Sunshine for Japan im DepotLeben mit der Energiewende – Designer of the DayPSFJ VorabinfoLanger Donnerstag Ausstellung identify ökoRAUSCHökoRAUSCH 2012Dokumentarfilm »natur«MediaMundo@drupa Vorträgegreen itn.a.t.u.r. 2012MediaMundo@drupaEarth Hour 2012MediaMundo 2012 Bald: n.a.t.u.r. 2012 ecosign 2012 Waldgesellschaften The Oil Show 3. Kreativwirtschaftstagung ökoRAUSCH 2011emiecoMensch & KlimaUrban Farmers AquaponicViktor PapanekLokalisierer Bäcker Schüren Tanas Duftgartenn.a.t.u.r.-Festival 2011 Duftausstellung Bad & Kultur Earth Hour 2011Euroshop 2011ecosignHacking the city Netzwerken mit BambusGras-MooskunstSolarbautenWoche der SonneSunflower Gardening Day Reverse GraffitiGuerilla GardeningZwischen Kappes und ZypressenGrüne Berlinale – IAA & Bionic Design Humberto & Fernando CampanaGemüseorchester Sissel Tolaas Cradle-to-CradleBernhard Grzimek Buchtipps

28. Januar 2014
B.A.U.M. Wettbewerb »Büro & Umwelt«
Erneut Anerkennungsurkunde für Engagement zum Umweltschutz im Büro

Ich freue mich über die zweite Anerkennungsurkunde sowie eine Erwähnung im Rahmen des B.A.U.M.-Wettbewerbs. Bereits seit 2008 zeichnet der Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. Deutschlands umweltfreundlichste Büros aus. Die Preisverleihung fand in Frankfurt im Rahmen der Paperworld-Messe statt. Der Wettbewerb wird gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt.

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24. Januar 2014
Film Project Sunshine for Japan auf der Frankfurter Buchmesse
Nachlese Japanische Matinee mit Buchpräsentation und Origamiworkshop

Der etwa siebenminütige Kurzfilm zeigt zum einen Infos zum Projekt, aber auch Impressionen der Veranstaltung auf der Buchmesse: Film auf der Webseite »Project Sunshine for Japan«.

»Bilderradio« von Peter Grosshaus (Querdenke, Verleger, Digitalakrobaten) - er war im Oktober auch mit dabei und steuerte Fotos bei! Merci!) http://www.digitalakrobaten.de/BILDERRADIO_JAPAN/

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PSFJ auf Buchmesse FFM 2013

17. September 2013
Project Sunshine for Japan auf der Frankfurter Buchmesse
Japanische Matinee mit Buchpräsentation und Origamiworkshop

Am 13. Oktober 2013 präsentieren sich auf der Bühne der Halle 6.1 ausgewählte Exponate und das Buch in einer spannenden musikalischen und literarischen Sonntagsvorstellung. Die exklusive Kulturveranstaltung gestalten beteiligte Designer und Autoren sowie die Initiatorin als Japanische Matinee. Geboten werden Buchpräsentation, Origami-Workshop und eine musikalische Lesung, mit Mansoureh Rahnama (Initiatorin), Taketsugu Ishihara (Japanisches Generalkonsulat Frankfurt), Naemi Reymann (Designerin und Autorin), Akiko Inagawa (Musikerin), Sakura No Ki Daiko Frankfurt (Japanese Taiko Percussion), Noriko Onodera und Hiroko Morikawa (Origamikunst) und weitere am Projekt Beteiligte.

Sonntag, 13.10.2013, 11– 13 Uhr
Asia Lounge, 6.1 D15, Messegelände
Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Veranstalter: Ausstellungs- und Messe GmbH Frankfurter Buchmesse
Mitveranstalter: Project Sunshine for Japan, c:tiv e.V., Verlag Kettler
Pdf Icon Pressemitteilung

Projektwebseite »Project Sunshine for Japan«, Facebook-Seite, Twitter

Naemi Reymann Lesung PSFJ

Vernissage von »Project Sunshine for Japan« im Depot Dortmund: Naemi Reymann und Akiko Inagawa bei der szenischen Lesung (Foto: W. Paulussen).

Buch »Project Sunshine for Japan – Plakate, Texte und Gedichte über Fukushima« RAHNAMA, Mansoureh (Her.), 2013, Druckverlag Kettler, Bönen, Texte in Englisch und 13 weiteren Sprachen, 272 Seiten, Hardcover, 20 x 25 cm, ca. 29,90 Euro, ISBN 978-3-86206-219-5. Bestellbar bei ecobookstore.de und der Herausgeberin.

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10. Juli 2013
mundraub-org launcht Webseite und erweitert Angebot
Oder auch: Die klassische »Allemende goes Social Media«...

Seit 2009 können auf der mundraub.org Nutzer Obst und andere Essbarkeiten wie Gemüse, Kräuter usw. im öffentlichen Raum eintragen und abrufen.

Am 10. Juli hat Mundraub sein neues Angebot auf seiner neuen Webseite vorgestellt. Unter anderem wurde die Webseite in ihrer Nutzerfreundlichkeit verbessert und es gibt mehr Möglichkeiten für die Nutzer, sich untereinander zu vernetzen und die Einträge zu verbessern (beispielsweise durch leichtere Eintragungsmöglichkeiten). Geplant sind Rankings und später im Jahr auch Baumpatenfeatures.

Aktuell sind bei Mundraub 12.000 Nutzer registriert, die Besucherzahlen liegen derzeit bei einer halben Million pro Jahr. Zum Jahresende ist eine App für Android und iPhone geplant sowie weitere sogar auch englischsprachige Angebote. Ich hatte Gelegenheit, mich auf der KarmaKonsum Konferenz 2012 mit dem Gründer Kai Gildhorn über das Projekt unterhalten zu können.

Zur Pressemitteilung »mundraub.org mit neuer Plattform« (bei OpenPR)

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5. Juli 2013
Regiodrom. 24-Stunden-Spiel im Theater Freiburg vom 19.-20.7.
250 Siedler spielen um Nachhaltigkeit, Geld und Glück.

»Investieren Sie 24 Stunden ihres echten Lebens in eine einmalige Erfahrung zwischen Zeitraffergeisterbahn und Entschleunigungsoase. Das Theater verwandelt sich in ein interaktives Spielfeld – gehen Sie mit Zahnbürste und Schlafsack auf START!«

Wie hängen Nachhaltigkeit, Geld und Glück zusammen?
Mit diesen Fragen befasst sich das Theater Freiburg spielerisch in einem Experiment und lädt Teilnehmer für 24 Stunden in ein interaktives Spielfeld. In den Foyers, der Jackson-Pollock-Bar, Passage und Theatervorplatz gibt es ein interaktives Spielfeld für »eine Zwischennutzung als unbeschriebener Kontinent für 250 Siedler«. Die Spieler sind in einer Abenteuerwelt mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten: Sie können sich zum Abbau von ressourcen entscheiden, ob sie Handeln, Politik machen, das Gewonnene investieren oder wieder verschwenden. Gewinner des Spiels ist das Dorf, das die letzten 24 Stunden am glücklichsten gelebt hat, ohne dabei Bankrott gegangen zu sein.

Regiodrom. Das Spiel vom 19. bis 20.7. im Theater Freiburg 15 - 15h Weitere Infos im Theater-Blog, bei Twitter (@TheaterFreiburg) und Theater

ps Eine weiteres interantives Element passiert aktuell auf dem Theater-Vorplatz, Bambis Beet - ein urbaner Garten, an dem jeder mitmachen kann! Der öffentliche Terrassengarten ist toll. Beim Workhop UM_Schichten der Ausstellung »Make active choices« bekam ich eine Führung und viele Infos!

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29. Juni 2013
Make active choices. Kunst und Ökologie: Wie tun?
Ausstellung im Museum für neue Kunst in Freiburg – bis 8. September 2013

Jeder einzelne hat einen Effekt, ob er/sie nun handelt oder eben nicht. Von diesen Wechselbeziehungen um ökologische Fragestellungen handelt die Ausstellung. Sie befasst sich mit der Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Und sie ist interaktiv angelegt, will Besucher an diesen Wechselbeziehungen zwischen handelndem Mensch und Umwelt aktiv einbinden. Die von Museumsleiterin Christine Lit kuratierten Arbeiten stammen von nationalen und internationale Künstlerinnen und Künstlern. Regionale Partnerin ist unter anderem die Echtwald-Initiativ. Sie renaturiert Nutzwälder und ermöglicht über künstlerische Projekte einen anderen Zugang zu diesem Ökosystem. Ein weiterer Partner ist das Theater Freiburg, wo das Planspiel Regiodrom stattfindet. Im Schau_Raum wird der monumentale Dokumentarfilm Unsere Erde (Regie: Alastair Fothergill und Mark Linfield) mit faszinierenden Naturschauspielen gezeigt.

Ich hatte Gelegenheit, im Rahmen des Workshoptags UM_Schichten mehr über den urbanen Garten »Bambis Beet« vor dem Theater Freiburg zu erfahren und die Endphase beim Bau von Recyclingmöbeln aus alten Zeitungen, Holz und besonders Fahrradschläuchen zu erleben (Ästhetik, Komfort, Design und Funktionalität dieser Recyclingprojekte mal außer Acht gelassen - denn ich frage mich da immer wieder, wie viele Stühle braucht der Mensch...) und die aktuelle Ausstellung im Neuen Museum zu sehen. In besonderer Erinnerung ist mir die phantasievolle 40minütige Videoarbeit von AES+F: Allegoria Sacra (2011-2012) hat als Vorbild Giovanni Bellini’s Allegoria Sacra, die sich in den Uffizien in Florenz befindet. Die gezeigte Arbeit ist der dritte Teil einer Videotrilogie zu Hölle, Paradies und Fegefeuer. Die Figuren des Gemäldes (darunter der heilige Sebastian, die Madonne, ein Zentaur, kleine Kinder, ein Sarazene und schöne Frauen) kommen in einem modernen Transitraum der heutigen Zeit zusammen: Einer Flughafenhalle (5-minütiger Trailer bei vimeo).

Wenig anfangen konnte ich mit Robert Morris »See Saw«, bei der sich mehrere Besucher auf einer Art Holzwippe ausbalancieren konten. Ich fand diese Arbeit in der Ausstellung »Move – Kunst und Tanz in den 60ern«, die ich Ende 2011 in der Kunstsammlung NRW sah, dort besser platziert als hier. Ein Wiedersehen gibt es mit der »Capri Batterie« und »Pala«, einem der Spaten der Documenta 7-Aktion der 7.000 Eichen in Kassel von Joseph Beys.

Andere banden die Besucher anders ein: Bei Guy Ben-Ner ist das Interface zur Filmsteuerung ein umgebautes Fahrrad: Der Film läuft nur bei aktivem Strampeln. Song Dong lässt Besucher Wasserkalligrafie auf einen Steinblock anfertigen. Und Amy Balkin und weitere zeigten das weiter wachsende A People's Archive of Sinking and Melting (As of Doha): Artefakte aus aller Welt, die von Orten stammen, die durch Klimaveränderungen vor dem Verschwinden bedroht sind: Gletscherregionen oder Städte, die bei stiegendem Meeresspiegel unter Wasser liegen werden – beispielsweise Venedig oder Inselstaaten wie Kiribati, Nauru oder die Malediven. Die Archivseite mit Datenbank wächst weiter.

Sebastian Gräfe schnappte sich für »A Good time with friends« die Pflanzen der Mitarbeiter, die im Museum sind und unternahm mit ihnen dokumentierte Ausflüge: Mit einem Kaktus stieg er auf den Münsterturm, mit einer Palme wurde Basketball gespielt, andere Pflanzen wurden zum Fahrradausflug an die Dreisam mitgenommen, Schachpartner usw.

Ungewöhnlich die Arbeiten, die sich mit Produktionsabläufen befassen: Mika Rottenbergs Video »Tropical Breeze« überrascht mit zwei Frauen in einem LKW, die ein neues Produkt herstellen: Eine sehr gelenkige Frau schickt über eine Seilwinde im Laderaum Tücher zur muskulösen Fahrerin, die sich damit Schweiss abwischt, dieses Tuch wiederum wird in Feuchtigkeitstuchboxen mit der gleichnamigen Aufschrift verpackt… Markus Kaysers Video Solar Sinter (2011) zeigt, wie mit Sonnenlicht und Sand in der Wüste mit Hilfe eines 3D-Druckers Glasobjekte hergestellt werden - an der Schnittstelle zu Kunst, Wissenschaft und Science-Fiction. Thomas Thwaites' »The Toaster Project« (2010) sieht auf den ersten Blick aus wie ein extrem hässlicher, plump gestalteter Toaster aus. Aber erfährt man durch die Dokumentation seine Geschichte, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Der Designer befasst sich mit unserem Verhältnis zu technischen Luxusgütern. Mit Massenproduktion und Wegwerfprodukten. Bei diesem Projekt baut sich Twaites seinen eigenen Toaster. Und alle Materialien, die er dazu braucht, stellt er selbst her: Neun Monate lang war er insgesamt 1.900 Meilen für sein Projekt in Großbritannien unterwegs und gab insgesamt rund 1.400 Euro aus für ein Produkt, das man im Geschäft für bereits 15 Euro bekommt. Um beispielsweise Metall extrahieren zu können, brauchte er einen Kamin, Laubbläser, Föne und handwerkliche Methoden aus dem 15. Jahrhundert. Thwaites brachte zum Projekt ein Buch heraus.

Mit: Amy Balkin, AES+F, JosephBeuys, Song Dong, Jimmie Durham, Simon Dybbroe Møller, Clegg&Guttmann, Tue Greenfort, Sebastian Gräfe, Markus Kayser, Reinhard Klessinger, Till Krause, Atelier Van Lieshout, Eva Meyer-Keller und Sybille Müller, Robert Morris, Daniela Nadolleck, Guy Ben-Ner, Tobias Rehberger, Daniel Roth, Mika Rottenberg, Andreas Slominski, Vincent Tavenne, Thomas Thwaites, Jan Timme und Ina Weber.

Museum für Neue Kunst Freiburg – 17. Mai bis 8. September 2013

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29. Mai 2013
Ausstellung identify auf Tour – DMY Berlin und ecostyle Frankfurt
Mit dabei mit meinem QR-Code-Objekt »green it«

Mein green-it-Obejkt geht in der Gruppen-Ausstellung »identify« der ökoRAUSCH, dem Festival für Design & Nachhaltigkeit auf Tour:

DMY International Design Festival im Flughafen Berlin Tempelhof: 5.- 9.6.
ecostyle – The world of green products in der Messe Frankfurt: 24.-26.8.

Die Messe Frankfurt startet mit der Ecostyle die erste B2B Informations- und Orderplattform für geprüft nachhaltige Konsumgüter für den europäischen Einzelhandel. Hersteller aus dem In- und Ausland präsentieren in den hallen der Messe Frankfurt »grüne« Lifestyle- und Designprodukte.

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13. Mai 2013
Diskussion und Leben mit der Energiewende beim n.a.t.u.r.-Festival
»Erfindet! Die Zukunftsmacher des Ruhrgebiets.« und Filmvorführung

natur Festival 2013 LogoPodiumsdiskussion im Anschluss an den Open Space »Klima« von ecce (european centre for creative economy).

Energiewende Film

Der Kino-Dokumentarfilm Leben mit der Energiewende (D 2012/13) des unabhängigen TV-Regisseurs Frank Farenski setzt sich mit der Notwendigkeit, Machbarkeit und Bezahlbarkeit der Energiewende auseinander. Der Open-Source-Film entlarvt fundiert, informativ und kurzweilig die deutsche Energiepolitik und läßt auch Bundesumweltminister Peter Altmaier in den Interviews zu Wort kommen. Einführung zum Thema durch Naemi Reymann. > n.a.t.u.r.-Festival Bochum: 8. bis 19. Mai 2013

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natur Festival 2013 Logo

12. April 2013
n.a.t.u.r.-Festival in Bochum vom 8.-19. Mai 2013!
»n.a.t.u.r. – natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum« Urbanes Grün und Kultur

Auch dieses Jahr findet das Festival n.a.t.u.r. wieder statt! Die Seite ist noch im Aufbau - demnächst stehen dort die vielen Termine! Eindrücke von 2012 gibt der Film auf der aktuellen Webseite! Eines der 2012 Highlights war das Konzert des Gemüseorchesters!

Das Projekt n.a.t.u.r. ist eine Plattform für Kreative, Vor­denker & Wegbereite:
Initiativen, Künstler, Photogra­phen, Wissenschaftler, Designer, Architekten, Musiker, Aktivisten, Sporler, Theaterschaffende etc. aus der Region, die sich mit ihrer Kunst, Aktionen auf der Straße, mit Workshops, Foto- oder Filmbeiträgen, Vorträgen, Theaterstücken oder Installation etc. beteiligen wollen. Ich bin auch dabei! Da es ums Wasser geht - Infos bei Wasserwelten!

Safe the date: 8. bis 19. Mai in Bochum!

Noch wird Support benötigt: http://www.startnext.de/n-a-t-u-r-braucht-dich

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EarthHour

23. März 2013
Earth Hour 2012 – die Stunde für Klima- und Umweltschutz
Nach einer Pause auch Düsseldorf wieder dabei

Als weithin sichtbares Zeichen für Energiesparen und Klimaschutz werden im Rahmen der internationalen »Earth Hour« am 23. März von 20.30 bis 21.30 Uhr viele Lichter an markanten Gebäuden ausgeschaltet. Auch Düsseldorf machte mit: Im Stadtzentrum wurde die Beleuchtung vieler Gebäude entlang des Rheinufers ausgestellt, beispielsweise Tonhalle, Schlossturm, Rathaus und Rheinturm. Noch besser wären noch der komplette Medienhafen mit den Bauten von Frank O'Gehr oder die komplette Königsallee gewesen... aber das kann ja noch kommen! Einige meiner Fotos sind auch auf der Seite des Umweltamts der Stadt Düsseldorf zu sehen: Earth Hour 2013 – Ein Zeichen für den Klimaschutz.
Meine Fotos von 2012: Obertor/Clemens Sels Museum an / aus
Rathaus und Rheinturm 2013 Bilder auch bei emieco – Earth Hour 2013

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PSFJ Depot Dortmund Ausstellung Project Sunshine for Japan Poster Uwe Loesch Ausstellung im Depot Depot Dortmund – Poster für PSFJ: Design Uwe Loesch

28.2.2013
»Project Sunshine for Japan – Connecting Traces of Memory«
Ausstellung mit Installation und Buchvorstellung im Kulturort Depot Dortmund

Eröffnung der Internationalen Plakatausstellung mit Installation
Samstag 9. März 2013, 18 Uhr
Kulturort Depot, Immermannstraße 29, 44147 Dortmund

Begrüßung Wolfgang Bödeker (DEW21 Unternehmenskommunikation)
Grußwort Tokiko Kiyota (Stv. Direktorin des Japanischen Kulturinstituts Köln)
Erfahrungsbericht Benjamin Klöpper, Ai Taniguchi
Improvisation zur Erzählung »Der Sauerkirschbaum« von Mansoureh Rahnama Akiko Inagawa /Klavier (Hochschule für Musik FFM), Naemi Reymann /Text
Einführung Mansoureh Rahnama, Shinpei Takeda, Yumi Watanabe

Project Sunshine for Japan – Connecting Traces of Memory
Die Katastrophe in Japan hat uns alle erschüttert und stellt uns vor die Frage, was man angesichts eines solchen unfassbaren Unglücks tun kann. Das »Project Sunshine for Japan« rief weltweit Designer zu einem Wettbewerb auf. Die eingereichten Poster zeugen von Solidarität, Anteilnahme und kulturellem Austausch. Eine Jury renommierter international tätiger Designer wählte aus 589 eingesendeten Arbeiten die 100 besten Plakate aus. Die 100 Exponate des »Project sunshine for Japan« werden nun in Begleitung der raumbeherrschenden Installation »Connecting Traces of Memory« der zwei japanischstämmigen zeitgenössischen Künstler Shinpei Takeda (Mexiko) und Yumi Watanabe (Deutschland) in einer spannenden musikalischen und literarischen Abendvorstellung präsentiert. Die Besucher können die ausgestellten Plakate für die Weiterentwicklung des Projektes ersteigern.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Der Katalog präsentiert die prämierten Plakate nun erstmalig in Form einer umfassenden Publikation und stellt ihnen zahlreiche Beiträge internationaler Autoren aus 16 Ländern in 13 Sprachen zur Seite, die die Dreifachkatastrophe auf unterschiedliche Weise thematisieren. Darunter befinden sich Texte von Yuri Andrukhovych (Ukraine), Kevin Chen (Taiwan), Mustafa Ijaz (Türkei), Naemi Reymann (Deutschland), Ryuichi Sakamoto (Japan), Gert Scobel (Deutschland), Günter Grass (Deutschland), Izumi Yamaguchi (Japan), Rui Zink (Portugal) und weiteren. Das Buchcover gestaltete Uwe Loesch.

Geöffnet: 10. bis 21. März von Mi bis Fr 14–19 Uhr und Sa und So 11–19 Uhr Kontakt: Mansoureh Rahnama > Projektwebseite / Buch Kettler Verlag
Presse PSFJ z.B. Route Industriekultur / Red Dot Design / Icon PDF Pressemitteilung

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Leben mit der Energiewende rank Farenski

19.1.2013
Film von Frank Farenski »Leben mit der Energiewende«
Neuer Open Source Film über die Energiewende

Der Film des unabhängigen TV-Journalisten Frank Farenski (newslab) ist ein neues Opensource-Projekt (Premiere war im November 2012) und kann kostenlos über die Webseite angesehen werden. Hauptansatz des 46-jährigen »Aufklärung für das Publikum. Nichts anderes!« In dem Film geht es um erneuerbare Energien, Photovoltaik, die Sonderkürzungen der EEG-Einspeisevergütung und vor allem innovative Unternehmen der Solarbranche in Deutschland. Es sind Unternehmen, die bereits seit langem Lösungen parat haben – sowie erste Anwender, die diese grünen Energiequellen bereits nutzen. Interessante Interviews runden den Film ab und geben verschiedenste Blickwinkel:

Karl-Heinz Remmers (Solarpraxis AG), Unternehmer Mike Blechschmidt (induka), Clemens Triebel (younicos AG), Katrin Lange (Amt Meyenburg), Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), Bundestagsabgeordneter Hermann E. Ott (Grüne), Matthias Willenbacher, (JUWI AG), Unternehmer Holger Laudeley (Laudeley Betriebstechnik) und weitere.

Frank Farenskis Film »Leben mit der Energiewende«

Hintergrundinformationen bei newslab zum Projekt

Meine Designkollegin Martina Bacher, erzählte mir diesem Film zum ersten Mal, sie wird demnächst die einzelnen Unternehmen in ihrem Umweltportal »Umweltblick« näher vorstellen! Der Film wurde bereits an ersten Orten (wie beispielsweise Schulen) gezeigt, meist in Verbindung mit Diskussionen mit Fachleuten. Kinotermine in weiteren Städten. Weitere Filmvorführorte und Unterstützer sind gern gesehen!

Nachtrag: Es wurde eine Filmvorführung in Köln in der »Filmpalette« am Mo., 25.2.2013 um 20:15h organisiert. Platzreservierung erbeten ab 11.02.2013 über: Krannich Solar Nach dem Film ist eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur und Fachexperten aus der Solarbranche vorgesehen. Um 20:15h ist Filmbeginn.
Weitere Infos dazu bei Umweltblick

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15.1.2013
Als »Designer of the Day« beim designertreff Düsseldorf
Impulsvortrag zum Thema Wasser und Umwelt

Ich halte am Di, 15.1 einen Impulsvortrag beim designertreff Düsseldorf. Er findet im Rahmen von »Designer of the Day« statt, einem neuen Format ab Januar 2013. Dort können eigene Arbeiten in einem separaten Raum vorgestellt oder Themen präsentiert werden, die einen selbst bewegen und andere inspirieren.

Designer of the Day am 15.01.2013: Naemi Reymann
Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit ist umweltbewusstes Denken und Handeln. So bin ich als Kommunikationsdesignerin nicht nur Co-Moderatorin der XING-Gruppe »Umweltbildung«, sondern engagiere mich zudem in Vorträgen, Diskussionsrunden, Workshops und verschiedenen Projekten für dieses wichtige Thema. Darüber hinaus bin ich Mitunterzeichnerin der Charta für nachhaltiges Design der AGD.

Am 15.01.2013 halte ich ab ca. 20:00 Uhr einen Impulsvortrag über Projekte zum Thema Wasser/Umwelt, an denen ich 2012 beteiligt war:

• n.a.t.u.r.-Festival Bochum - Installation »Green IT« plastischer QR-Code aus Moos und Kies

• ökoRausch – Rautenstrauch Joest Museum Köln Ausstellung »identify« Installation »Green IT

• »Blaues Gold in der Warenwelt« über virtuelle Wasserfußabdrücke am Expo-Stand von Hansgrohe  auf der Karma Konsum Konferenz 2012 in der IHK Frankfurt / Main.

• Wassergraffiti > kurzer Exkurs Sonderschau Nachhaltigkeit Media Mundo auf der drupa 2012

Ort: PAUSE, Platz der Ideen, Ecke Roßstraße/An der Ulanenkaserne, Düsseldorf

Der Eintritt zum Designertreff ist frei, teilnehmen können nur Designer. Eine Anmeldung wäre optimal, damit die Organisatoren Bianca Seidel und Immo Schiller besser planen können. Über Xing oder direkt bei den Initiatoren unter info@designertreff.net

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Project Sunshine for Japan

6. Dezember 2012
Buchprojekt – Project Sunshine for Japan
Aktuell in Planung...

Nachdem die Designposter im ATC-ITM in Osaka, auf dem »Peace Boat« zwischen Nagoya und Kobe und zum Jahresende in Tokyo zu sehen waren, geht es weiter mit dem Project Sunshine for Japan in weiterem Format.

Denn die Initiatorin Mansoureh Rahnama arbeitet zur Zeit an einem Buch zum Projekt. Ein engagierter Verlag ist bereits gefunden, ebenso eine stattliche Anzahl internationaler Autoren (noch wird nicht verraten wer), die Texte und Gedichte mit wissenschaftlichem wie auch literarischem Hintergrund verfasst haben. Wort (in Muttersprache sowie in Englisch) und Bild (die Designposter aus dem Wettbwerber) werden so in einen neuen Dialog treten.
Das Buch wird voraussichtlich im März 2013 zum Jahrestag der Katastrophe im Verlag Kettler erscheinen (Verlagsvorschau bei Issu /Seite 19). Ich bin stolz, daß sowohl mein Poster »Hope« als auch meine Geschichte und Interview, das ich mit der Initiatorin führte, in dieser Publikation vertreten sein werden! Nach wie vor werden Unterstützer für dieses Projekt gesucht, auch um die Kosten für den Druck zu tragen!
Mehr Informationen Project Sunshine for Japan und bei Twitter @PSFJapan.

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LaDo Bild NReymann MRahnama

16. Oktober 2012
Von reverse graffit – Naturzeichen im Raum bis network power – Project Sunshine for Japan
Themenabend mit zwei Vorträgen beim Langen Donnerstag in Dortmund

Engagiertes Design für und mit Umwelt und Natur bedeutet weit mehr als nur blauer Engel oder CO2-Bilanz. Das belegen zwei spannende Vorträge von Designerin Naemi Reymann sowie der Initiatorin des großartigen Netzwerk-Projektes »Sunshine for Japan«, Mansoureh Rahnama. Die Besucher sind eingeladen, eine Design-Reise im Ruhrgebiet zu beginnen, über den Globus zu wandern, sich vom Plakat-Projekt zur Umweltkatastrophe von Fukushima berühren zu lassen, um schließlich bei sich selbst wieder anzukommen. Denn es gibt nichts Gutes, außer man tut es – selbst.

»reverse graffiti – Naturzeichen im Raum«
Naemi Reymann (AGD) – communication..interfaces..culture – ist als selbständige Kommunikations-designerin zwischen Rhein und Ruhr unterwegs. Sie spielt in ihren Arbeiten mit kreativen Möglichkeiten, durch und mit Natur zu gestalten. Mit dem vielleicht größten Reverse-Graffiti der Welt oder mit lebenden Hauswänden, die mit der Jahreszeit ihre Farbe wechseln, stellt sie spannende urbane Zeichenformate vor. Wissen und Kultur sind für sie Schlüssel für nachhaltige Bildung und Entwicklung. Ihr Gestaltungsmotto: Unterhaltend informieren. Sie diplomierte an der HBK Braunschweig mit der »Camera Curiosa«, einer CD-Rom über das Lachen, und realisierte im Kulturhauptstadtjahr 2010 mit »Blauem Gold in der Warenwelt« eine Ausstellung über virtuelles Wasser. Aktuell präsentiert sie mit »green it« einen QR-Code aus natürlichem und künstlichem Material.

Das »Project Sunshine for Japan«
In Betroffenheit über die Tsunamikatastrophe hatte Mansoureh Rahnama die Idee, über das Internet weltweit Designer aufzurufen, ihr Mitgefühl auf Plakaten auszudrücken. Internationale Designer beteiligten sich, der Zuspruch und die Qualität der Arbeiten waren überwältigend. Aus den Einsendungen wählte eine Jury namhafter Designer die 100 überzeugendsten Plakate aus. Mit Sponsorengeldern konnte 2011 die Ausstellung der Plakate auf der Messe »Tradefair« in Tokio, in Düsseldorf und in Köln zugunsten der Hinterbliebenen realisiert werden. Die Exponate wurden zudem zugunsten der Japan-Hilfe des Roten Kreuzes versteigert und leisten einen direkten Beitrag zum Wiederaufbau. Kommende Ausstellungen sind ab März 2013 in Dortmund und weiteren deutschen Städten, sowie in Osaka und in Teheran in Planung. Mansoureh Rahnama arbeitet zur Zeit an einer Buchveröffentlichung zum Projekt. Die gebürtige Iranerin studierte Public Management in Teheran und absolvierte dort visuelle Kunst an der Akademie für Schöne Künste sowie Betriebswirtschaft an der TU Dortmund.

Der Teilnahme ist kostenfrei. Gäste sind herzlich willkommen. Um eine Anmeldung wird gebeten bis Dienstag, den 16. Oktober auf Xing oder auf der LaDo-Seite. Der Lange Donnerstag wird vom LaDo-Team und der AGD Regionalgruppe Dortmund/Ruhr organisiert.

Termin: 18. Oktober 2012
Beginn: 19:00 Uhr / Kreativstammtisch ab ca. 20:30 Uhr
Ort: Ständige Vertretung Dortmund
Hoher Wall 15, 44137 Dortmund
PDF Kurzinfo LaDo-Themenabend 18.10.12. – Nachlese AGD-Regionalseite

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Naemi Reymann greenit Objekt ökoRUASCH 2012 Mit »green it« in der Ausstellung

7. Oktober 2012
Vernissage der ökoRAUSCH-Ausstellung «identify« in Köln
Feierliche Eröffnung mit Bürgermeisterin im Rautenstrauch-Joest-Museum

Kölns erste grüne Bürgermeisterin Angela Spitzig und Initiarorin Dunja Karabaic (bureaugruen) eröffneten feierlich die ökoRAUSCH im Forum VHS im Museum der Kulturen. Begonnen wurde das einwöchige Festival zur Design und Nachhaltigkeit mit der Vernissage der Ausstellung identify – Gestalterpersönlichkeiten als Vorbilder. Sie präsentiert innvovative Produkte, Konzepte und Projekte aller Designdisziplinen.

Designer: Andrea Schwank & Ulrike Kreuer, Angela Wiegand, Anja Klinkenberg, Daniel Scislowski, Die Fabrik, Dorothea Hess, ecosign, Emanuel Steffens, Kaspar Hamacher, Katja M. Becker & Wanja Schnurpel, Lenka Petzold, Marc Rexroth, Naemi Reymann, Nika Rams, Nina Vohs, Olivia Szewczyk, Paul Ketz, Postfossil, Siem Haffmans, Sophie Heins, Sven Ricken, Tatjana Krischik, Wibke Schaeffer & Moritz Zielke und Wilfried Nißing.

Künstler: Haike Rausch & Torsten Grosch, Hermann Josef Hack, Isabel Oestreich, Malte Lück, Rainer Kiel und Susann Körner

Die Ausstellung »identify« wird vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Ich zeige bei der Ausstellung meine Installation green it, einen plastischen QR-Code, der auf meine Webseite verlinkt ist. Wie gewünscht entwickelten sich bei der Eröffnungsveranstaltung mit den Besuchern viele interessante und spannende Gespräche. Unter anderem mit dem umweltfreundlichen Provider der Website, atomstromfreien Energieanbietern, Architekten, Gestaltern und vielen anderen. Auch war es toll, meine mitausstellenden AGD-Kolleginnen Dorothea Hess, Katja Becker und Wanja Schnurpel zu treffen (Martina Bacher und Sophie Heins konnten leider nicht zur Eröffnung kommen). Den QR-Code können Sie im Museum am Objekt direkt einscannen und sich die Webseite anzeigen lassen, aber es gibt auch noch weitere Metaebenen: Beispielsweise grüne Informationstechnologie, Gartenkunst, Moos als natürlicher Luftfilter, Stadtgrün und Finanzthemen...
Nun kann ich nicht jeden Tag vor Ort etwas an meinem Objekt erzählen, hier erfahren Sie mehr: PDF Ojektbeschreibung green it ökoRAUSCH.

Ich freue mich auf Feedback und weitere persönliche Gespräche, beispielsweise am kommenden Sonntag, dem 14. Oktober von 10 bis 18 Uhr zur Finissage, zu der ich hiermit einladen möchte! Die Ausstellung ist täglich geöffnet, der Eintritt ist frei (nur Montag, 8.10 in Verbindung mit dem Symposium). www.oekorausch.de Weitere Informationen folgen...

Nachtrag: AGD Nachhaltiger Messeerfolg in Köln – AGD @ ökoRAUSCH 2012

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oekorausch Fahrrad Leitsystem

10. September 2012
ökoRAUSCH – Festival für Design und Nachhaltigkeit
im Rautenstrauch-Joest Museum in Köln
Gemeinsam mit der AGD in der Ausstellung »identify« vom 7. bis 14. Oktober

Die von Dunja Karabaic ins Leben gerufene ökoRAUSCH ist groß geworden und hat sich im 5. Jahr ihres Bestehens aus einer kurzen Messe zu einem einwöchigen Event mit Rahmenprogramm und Wettbewerb entwickelt. Das Festival für Design und Nachhaltigkeit findet im nächsten Monat vom 7. bis 14. Oktober statt, an einem zentralem neuen Austragungsort im Forum VHS im neuen Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln.

Ansatz der ökoRAUSCH (einem offiziellen Projekt der UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« 2012/2013) ist, mit Gestaltern und designaffinen Kreativen alternative Ideen und Konzepte und Handlungsspielräume aufzuzeigen, weiter zu diskutieren und zu erarbeiten. Die These dazu: Gesellschaftlicher Wandel kann nur durch die Veränderung von Arbeitsweisen, neuen Perspektiven und die kontinuierliche Um- und Gestaltung unseres Lebensraums stattfinden! Ich finde, daß der neue Ort mit seiner großzügigen Architektur hervorragend zum Festival passt. Denn im Museum für Kulturen steht das Thema »Der Mensch in seinen Welten« im Fokus: Die Fragestellung, wie Menschen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Teilen der Welt ihr Leben gestalten und die Frage danach, was uns mit anderen Menschen und ihren Lebensentwürfen verbindet.

Es gibt also genug Raum für zahlreiche Aktivitäten und spannende Anknüpfungspunkte für nachhaltiges Design, dazu Führungen, Workshops und ein Symposium, weiter umrahmt durch die »Satelliten« als Akteure der Nachhaltigkeit in Köln in vielen Außenveranstaltungen.

Beginn des Festivals ist am Sonntag, um 11 Uhr mit der Vernissage der Ausstellung identify – Gestalterpersönlichkeiten als Vorbilder, die Kölns erste grüne Bürgermeisterin Angela Spitzig in Anwesenheit von Ehrengästen eröffnen wird. Die Ausstellung zeigt innvovative Produkte, Konzepte und Projekte aller Designdisziplinen.

»identify« rückt Gestaltung als Ausdruck individuellen Handelns in den Vordergrund: Was unterscheidet GestalterInnen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben? Was motiviert sie besonders? Wie möchten sie kreativ Einfluss nehmen und die Gesellschaft positiv verändern?

Ich bin wieder dabei (diesmal mit meiner Arbeit »greenit«), gemeinsam mit der Allianz Deutscher Designer (AGD) und meinen AGD-Kolleginnen Martina Bacher (Overath), Katja M. Becker (Köln), Sophie Heins (Hamburg), Dorothea Hess (Bad Homburg) und Wanja Schnurpel (Köln). Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

> ökoRAUSCH Festival für Design & Nachhaltigkeit www.oekorausch.de -
> PDF Symbol für DownloadPressemitteilung ökoRAUSCH 2012-Festival (vom 12.9.2012)
> Ausstellung »identify« Information zu Naemi Reymann
> designertreff düsseldorf news – Festival und Ausstellung (vom 19.9.2012)
> AGD-Termineseite AGD@ökoRAUSCH > in der Kulturdatenbank

PS Das Rautenstrauch-Joest-Museum liegt verkehrsgünstig im Zentrum Kölns, Haltestelle Neumarkt, Fußweg etwa 2 Minuten zur Cäcilienstraße 29-33.

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n.a.t.u.r. Festival Logo 2012

7. September 2012
Premiere Dokumentarfilm » n.a.t.u.r.« über das Festival 2012
Präsentation der 50 Minuten Doku beim Hauptsponsor GLS Bank in Bochum

Am Freitag, den 7. September lud die GLS Bank in Bochum in ihre Räume zur Premiere des Dokumentarfilms »n.a.t.u.r.« ein. Das von ihr als Hauptsponsor geförderte Festival ging im Mai 2012 bereits erfolgreich ins zweite Jahr. Der von ego/ego produzierte 50 minütige Dokumentarfilm zeigt die Vielfalt des zehntägigen Programms und seinen Charme mit seinen vielen (dezentralen) Spielorten in Bochum. Besonders der netzwerkbasierte Ansatz mit Bürgerbeteiligung und Aktionen im öffentlichen Raum prägen diese unkonventionelle Festival auf einzigartige Weise. Die Initiatoren, das Feelvergnuegen-Team um Kevin Kuhn haben ein tolles und interessantes Format geschaffen! Deswegen habe ich mich auch in diesem Jahr wieder beteiligt: Bei der Ausstellung mit meiner Installation green it und einem Vortrag/Workshop über Corporate Flowers und Reverse Graffiti.
> zum Film »n.a.t.u.r.

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Vortrag Naemi Reymann
MM@drupa12: Naemi Reymann Gestaltung in der Praxis – öko-logisch!

4. Juni 2012
MediaMundo@drupa Vorträge Sonderschau Nachhaltigkeit
Ein Großteil der rund 50 Vorträge zur Nachhaltigkeit sind online

Die CEO-Speeches, die auf der »Sonderschau Nachhaltigkeit« von Media-Mundo-Initiative und Messe Düsseldorf auf der drupa präsentiert wurden, sind nun online abrufbar. Am 12. und 13. Mai sowie an den zwei Folgetagen war ich mit meinem Kollegen Olli Schuh (Vorstand AGD) am Stand (denn die Allianz Deutscher Designer (AGD) war als MediaMundo-Partner beteiligt). Sonntag unterstützte uns zudem unsere AGD-Geschäftsführerin Victoria Ringleb. Wir hielten 15minütige Impulsvorträge im Rahmen der Thementage »Nachhaltige Gestaltung. Und selbst da bot sich ein breites Spektrum: Designkollegin Susanne Klar sprach über Sustainable Identity, bei mir ging es um Designansätze umweltfreundlicher Gestaltung und Schnittstellen zur freien Kunst (bos zum größten Wassergraffiti der Welt), es folgten Video und Vortrag »Murks nein danke!« von Stefan Schridde über künstlichen Produktverschleiß (im Beisein des ZDF). Abgerundet wurde das Thema durch Olli Schuh, der sich noch einmal dafür einsetzte, durch gut durchdachte Gestaltung hohe Streuverluste abzubauen. Alle Vorträge unter > www.mediamundo.biz/tv

Naemi Reymann Gestaltung in der Praxis – öko-logisch!

Oliver Schuh Gutes Design ist nachhaltig

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green it Objekt»green it«, Installation, 120 x 120 x 7 cm, Kunststoff, Erde, Moos, Kies, u.a. Naemi Reymann, 2012

11. Mai 2012
»green it« in der n.a.t.u.r.-Ausstellung
Beteiligung an der Gruppenausstellung in Bochum

»green it« ist eine interaktive Schnittstelle zwischen Natur, Kultur und Technik, sie besteht aus künstlichen und natürlichen Materialien.

Die Installation enthält mehrere Metaebenen:
»green it« bezieht sich auf umwelt- und ressourcenschonende Informations- und Kommunikationstechnologie. Der QR-Code, der ursprünglich in der Automobilindustrie zum Einsatz kam, führt auf die Festivalseite www.n.a.t.u.r-festival.de. Durch die Ausführung mit natürlichen Materialien wird das Thema auf humorvolle und ironische Weise erstmalig im Kunstkontext gezeigt. Natur lässt sich nicht zwingend der Technik unterordnen und so ist das auch hier der Fall. Und ich hoffe, daß sich Gespräche zu Technik, Energie und Ressourcen im Jahr des 20jährigen Jubiläums des Weltklimagipfels von Rio ergeben.

Im Umgangsprachlichen stehen Kies und Moos für Geld. Das n.a.t.u.r.-Festival lebt durch die Initiative vieler – ohne große Subventionen. So entbehrt es auch nicht einer gewissen Ironie, daß Teile des Materials wie beispielsweise der (bereits genutzte) edle Marmorkies aus der benachbarten Landeshauptstadt Düsseldorf stammt (danke an Werner Paulussen) – und andere Materialien wie das (ebenfalls bereits genutzte) Raster (danke an die Grüne Schule!) aus dem weit weniger finanzstarken Bochum.Als natürliches Material spielt Moos eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf. Es bietet Lebensräume für andere Tiere und Pflanzen, speichert Wasser und zeigt als Bioindikator sogar Luftverschmutzungen an.

Es stammt aus der Nähe von Grüner Schule, Ruhr-Universität und einem Zaubergarten in Bochum, weiteres aus einer historischen Gartenanlage Max Weyhes, dem Planer des ersten öffentlichen Parks Deutschlands, dem Düsseldorfer Hofgarten.

Auch die unter dem Kies liegenden Streifen besitzen eine Bochumer Geschichte: Es sind Schnittreste des Spinaker-Segeltuchs, das im Sommer 2010 im Rahmen des t.a.i.b.-Baus auf dem Platz vor der Rotunde anfielen. Auch das wie dieses Festival ein Stück erfolgreicher gemeinsamer Bochumer Kulturgeschichte... PDF ZeichenObjektbeschreibung »green it« (PDF zum Download)
> http://2012.festival-natur.de

Nachtrag, 19. Juni 2012: Meine Hamburger AGD-Kollegin Sophie Heins (oh wunder) hat im Nachhaltigkeitsblock, den sie zusammen mit Myriam Tornieporth (bitGarden) führt, über meine Arbeit berichtet. Dankeschön!

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n.a.t.u.r. Festival Logo 2012

18. April 2012
Festival n.a.t.u.r. – natürliche ästhetik trifft urbanen Raum
Das Festivalprogramm vom 11. bis 20. Mai in Bochum steht

Auf der Webseite von n.a.t.u.r. steht jetzt das gesamte Programm, die Akteure, die Künstler, die Spielstätten, beispielsweise:
Fr 11.05. 9 bis 22h: Come together @ Grüne Schule« (bei Bot. Garten RUB), u.a. mit Führungen, Pflanzaktionen, Vorträgen, Workshops,...
Sa 12.05. 20h: Vernissage Kunstausstellung in der Rotunde (ich zeige in der Gruppenausstellung meine Installation »Green IT«), 22h: Eröffnungsparty
Mo 14.5. 13h: Schnippeldisko mit dem »Youth Food Movement« (Vorplatz Schauspielhaus), 20h: Konzert »1. Wiener Gemüseorchester« (Kammerspiele) Mi 16.5. 16–17h30: Workshop: Nisthilfen für Wildbienen mit NABU & NAJU,
17–18h30: »Naturzeichen im Raum – Corporate Flowers, Reverse Graffiti und Grünkunst« Vortrag mit Idee-Workshop mit Naemi Reymann,
19h: Grüne Modenschau (u.a. Noomi Lösing »KnowMe«: 100% organic & fair)
Bis So 22.05. z.B. Imkern, Poetry Slam, Guerilla Gardening, Radausflüge, Performances, Kin-Ball, Lesungen, Crossboccia http://2012.festival-natur.de/

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MediaMundo_Stand auf der drupa 2012Re-Evolution Now! – MediaMundo Stand auf der drupa 2012 (mit der AGD)

13. April 2012
MediaMundo@drupa – Sonderschau Nachhaltigkeit
Umfassendes Programm zur nachhaltigen Medienproduktion ab 3.5.

Die »Sonderschau Nachhaltigkeit« ist eine Kooperationsveranstaltung der Media-Mundo-Initiative und der Messe Düsseldorf. Sie wird sich auf 240 Quadratmetern in Halle 9 Stand E55 auf der drupa präsentieren – als offene Veranstaltung mit Ausstellung, Besucherinformation, Live-Diskussionen und CEO-Speeches. Bei den begleitenden und wechselnden Themenausstellungen ist am 12. und 13. Mai auch mein Berufsverband AGD mit dabei. Täglich von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr finden CEO-Speeches rund um das Thema Nachhaltige Medienproduktion statt. Alle Vorträge werden aufgezeichnet und parallel zur Aufzeichnung live ins Internet übertragen. Eine Interaktion wird auch durch Medien wie Twitter möglich, wodurch zu bestimmten Zeiten gezielt Fragen an die Referenten gestellt werden können. Auch der digitale Besuch bei mediamundo@drupa lohnt sich!

Programm
3. bis 5. Mai: Thema Papier aus nachhaltige Forstwirtschaft
6./7.Mai Energie, Energieeffizienz, Klimawandel
8./9. Mai Recycling, Materialeffizienz, Papier
10./11. Mai: Prozessoptimierung und Ökonomie
12./13. Mai Nachhaltige Gestaltung
14./15. Nachhaltig Publizieren

Nachtrag 4. MediaMundo-Konferenz
Inzwischen sind die ersten Vorträge als Filme auf der MediaMundo-Seite: Niko Paechs exzellente Keynote-Rede »Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie«, Dr. Günther Reifer (Terra Institut) »Marketing neu gedacht – vom Kunden zum Menschen« und von Anke Onkefahrth (oekom Verlag) und Dr. Achim Schorb (ifeu Insitut) zu »Nachhaltig Publizieren«. Ebenso interessant die Interviews mit der Koordinatorin des vom oekom Verlags und vom Umweltministerium unterstützten Projekt »›Nachhaltig Publizieren – Neue Umweltstandards für die Verlagsbranche« über ihre Sichtweise nachhaltigen Wirtschaftens und mit Reinhard Herok, Marketingleiter der Gugler GmbH, der ersten Cradle to Cradle zertifizierten Druckerei. Das österreichische Medienunternehmen durchlief zuvor einen zweijährigen Entwicklungsprozess zusammen mit  Umweltforschungsinstitut EPEA (Prof. Michael Braungart) und Alchemia Nova, bei dem insgesamt 19 Inhaltsstoffe auf Umwelt- und Gesundheitsrisiken überprüft und gegebenenfalls ersetzt bzw. neu erfunden wurden.

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31. März 2012
Earth Hour 2012 – die Stunde für Klima- und Umweltschutz
Big Ben, Eiffelturm, Kölner Dom, Burj Kalifa, chinesische Mauer – und Neuss

Da sich Düsseldorf mal wieder nicht beteiligt hat :-( bin ich wie 2011 nach Neuss gefahren. Nur gehen dort die Uhren anders: 20–21h30 (statt 20h30 bis 21h30 EarthHour, bei der an diesem Abend in 150 Ländern und 6525 Städten weltweit für die Dauer einer Stunde von 20h30 bis 21h30 ihre bekanntesten Wahrzeichen und wichtige öffentliche Gebäudein der Stadt ausschalten und damit ein Zeichen für den Klimaschutz setzen wollen). Mein Motiv ist das Obertor/Clemens Sels Museum > externe WWF-Bildseite an / aus

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O.Schuh Folie Vortrag MM12Olli Schuh 4.MediaMundo12
Olli Schuh, die gebrauchsgrafiker/Vorstand AGD: Gutes Design ist nachhaltig

29. März 2012
Re-Evolution NOW! – Resümee MediaMundo Kongress 2012 des f:mp
Vielversprechender Auftakt zur nachhaltigen Medienproduktion

Der 4. MediaMundo-Kongress für nachhaltige Medienproduktion am 20. und 21. März bot mit »Re-Evolution NOW!« vielfältige, interessante Vorträge und spannende Diskussionen. Der Veranstalter Fachverband Medienproduktioner (f:mp) setzte damit eine erste Orientierungsmarke zur kommenden Druck- und Papiermesse drupa, die im Mai in Düsseldorf stattfindet.

Ähnlich wie meinem Designkollegen Olli Schuh (diegebrauchsgrafiker und Vorstand der Allianz deutscher Designer AGD), der über gutes Design und Nachhaltigkeit referierte, ging es auch mir: Der erste Vortrag von Prof. Dr. Niko Paech vom Lehrstuhl für Produktion und Umwelt (PUM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg »Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie« brachte bereits als Keynote-Speaker die Zielrichtung: Seine Kernbotschaften zeigten Suffizienz und Subsistenz als Wege in die Postwachstumsökonomie und in neue Arbeitswelten, die Eigen- und Erwerbsarbeit schlau miteinander kombinieren.

Die »Ausgangsüberlegungen« widmeten sich Themen wie Digital-On-Demand, Cradle-to-Cradle, Gemeinwohlorientierung bis zu Pulp Fiction – Tropenholz in der Papierproduktion in Kinderbüchern.

Don Carli (Nima Hunter Inc.) referiert im Panel »Evolution« über das Dilemma in der Zulieferkette (der jährliche CO2-Fußabdruck der Medienproduktion in den USA liegt laut Carli bei 175 Millionen Tonnen CO2!). Anke Oxenfarth (oekom-Verlag) und Dr. Achim Schorb (Ifeu-Institut) präsentierten erste Ergebnisse ihrer Studie »Nachhaltig Publizieren« (Vormerken: Frankfurter Buchmesse 2012!). Axel Fischer (INGEDE) erläuterte Probleme beim Recyceln von bedrucktem Papier (nicht deinkbare Indigomakulatur, die wie Fensterfarbe klebt oder wasserlösliche Farben, die wie eine farbige Socke in der Wäsche durchfärben).
Es folgte »Re-Evolution«: »Biofolien«, dann die Rolle von Design, bei der Olli Schuh in seinem Vortrag »Gutes Design ist nachhaltig« direkt den Fokus auf die 3% Response-Rate lenkte, On-Demand-Techniken und die Datenbank PREPS, die ökologische und soziale Eigenschaften von Papieren berücksichtigt. Andreas Sauer stellte Upcycling-Ideen für Druckprodukte vor und schließlich kamen in der »Fishbowl-Diskussion« die Teilnehmer zu Wort. Und dort kamen auch die Gedanken der ersten Keynote von Niko Paech wieder zur Sprache und der Kreis schloß sich. Paech war zwar am Mittwoch nicht mehr in der Runde, inspirierte aber bereits nach anderthalb Kongresstagen einige Teilnehmer, mich eingeschlossen :-)

Fazit des Gastgebers Rüdiger Maaß (Geschäftsführer f:mp): »Egal, ob Evolution oder Revolution, die Druckbranche muss sich ganzheitlich Richtung Nachhaltigkeit bewegen.« Der interdisziplinäre Dialog geht weiter, eine nächste Gelegenheit bietet dazu die Sonderschau Nachhaltige Medienproduktion MediaMundo@drupa Halle 9, Stand E 55, vom 3. bis 16. Mai 2012!

www.MediaMundo.info/kongress

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n.a.t.u.r. Festival Logo 2012

6. März 2012
Festival n.a.t.u.r. – natürliche ästehtik trifft urbanen Raum
Die Vorbereitungen zum Festival haben begonnen...

Im Mai 2012 findet wieder n.a.t.u.r, das Festival zur urbanen Stadt-Natur, in verschiedenen Galerien und Veranstaltungsorten in Bochum statt. Ich bin auch mit dabei, weitere Infos folgen! 11.–20.5.2012 www.natur-festival.de

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1. März 2012
ecosign: Pfandring, Dodobox und mehr
Präsentation der Wintersemester-Abschlußarbeiten der ecosign

Paul Ketz erhielt den begehrten Froschkönig für den nachhaltigsten Designentwurf des Wintersemesters der ecosign Akademie für seinen Pfandring www.pfandring.de.
Mir gefällt auch das Kindermusikspielmöbel des Langenfelders Marius Goetze sehr gut: Die Dodobox, die als Holzbox nicht nur als Sitzbox verwendet werden kann, sondern auch ein Musikinstrument ist. Goetze hat Farbspielwürfel, Sitzkiste, Cachon, Congatrommel und Guiro (Gurke/Scraper) miteinander kombiniert. Und eine Serviceklappe, um Dinge aus dem Innern der Box entfernen zu können, die von Kindern in das kleine Schalloch gesteckt wurden, hat er auch bereits eingebaut... Hoffentlich wird beides in größerer Stückzahl produziert und ist bald auf Straße bzw. in Räumen zu finden!

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19. Februar 2012
»Waldgesellschaften« – Holzskulpturen von Järmo Stablo
Schlagebiegeversuche können auch kunstvoll enden

Der junge Forstwissenschaftler Järmo Stablo fand die Bruchhölzer, die bei den sogenannten »Schlagbiegeversuchen« anfallen, einfach viel zu schade zum Verfeuer. So kam er auf die Idee, aus ihnen ungewöhnliche und eigenwillige Figuren zu schnitzen. Seine »Bruchtestmännchen« und die Austellung, die im September 2011 im Rahmen des Internationalen Jahres der Wälder eröffnet wurde sind noch bis zum 25. April 2012 im Waldhaus Freiburg zu sehen.
Die Figuren (die übrigens auch erworben werden können) stehen in kleinen Gruppen vor großflächigen Waldbildern, alle verschieden – wie die Bäume...

Im Vorderraum ergänzt eine kleine Informationsausstellung das Thema Holz: Es geht um Gewicht, Verwendung (für beispielsweise Weinfässer, Bogen, Geigen, Fasnachtsmasken, u.a.) und Festigkeit (mit dem Gerät, mit dem die Bruchtests durchgeführt werden (und neues Schnitz-Material für Herrn Stablo herauskommt...). In der Stiftung Waldhaus Freiburg finden regelmäßig Veranstaltungen und Kurse rund zum Thema Holz, Wald, Ökologie und Umwelt statt, nebenan locken Arboretum Freiburg-Günterstal und weitere Waldwege zum Spaziergang.

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11. November 2011
»The Oil Show« im Dortmunder U
Ausstellung des Hartware Medienkunstverein HMKV

Die fünfzehn zeitgenössischen Arbeiten in den HMKV-Räumen im Dortmunder U setzen sich mit den geopolitischen, gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen unserer Abhängigkeit vom Erdöl auseinander. Der besondere Fokus von »The Oil Show« liegt u.a. auf dem Nigerdelta.
Zu sehen sind Raum- und Videoinstallationen, Fotografie, Zeichnungen, Infografiken und Filme über die Suche nach dem nicht erneuerbaren fossilen Rohstof, seiner Endlichkeit (Peak Oil) und die Suche nach neuen Feldern (wie beispielsweise in der Arktis).

Das Künstlerduo UBERMORGEN.COM (AT/CH) hat gar eine eigene Pipeline als glänzende Raffinerie-Atrrappe in den Räumen der ehemaligen Union-Brauerei verlegt, von Ursula Biemann (CH) werden in einer raumfüllenden 11-Kanal-Videoinstallation die »Black Sea Files« gezeigt über die Bakau-Tiflis-Ceyhan-Pipelin. Das Straßburger Bureau d'Etudes gibt mit dem Wandbild »Petropol« einen Kartografischen Überblick über die Geschichte der globaeln Ölwirtschaft vom Ende des Viktorianischen Zeitalters bis heute als absrude Straßenkarte. Interessant im Kinoraum die Videoarbeit von Chto Delat? (RU) »The Tower: A Songspiel«, die auf realen Ereignissen basiert: Analysiert wird ein Konflikt, der ab 2006 im historischen Zentrum St. Petersburgs entbrannte um das von Gazprom finanzierte Okhta Center, das als Sysmbol für das moderne Russland werden sollte, ungeachtet der Konsequenzen für das historische Erscheinungsbild als UNESCO-Weltkulturbe.

Skurril auch die Dia-Show von The Centre for Land Use Interpretation (US) »Urban Crude: The Oil Field of the Los Angeles Basin« über die fast unbemerkte Erschließung von Ölvorkommen in bereits besiedelten urbanen Räumen, wo mitten in Los Angeles das am dichtesten besiedelten Ölfeld der Vereinigten Staaten liegt: Die Fördertürme fallen im Stadtbild kaum auf, da sie getarnt wurden als Turmskulpturen, Kirchtürme oder Gebäude...

Weitere Arbeiten stammen von Christian von Borries (DE), Mark Boulos (US/NL), Heath Bunting (UK), (FR), Carl Michael von Hausswolff & Thomas Nordanstad (SE), Werner Herzog (DE), Mark Lombardi (US), Michael Mandiberg (US), George Osodi (NG), Natascha Sadr Haghighian (IR/DE), (AT/CH) und anderen. Im Rahmen der bis zum 19. Februar 2012 dauernden Ausstellung finden Künstlergespräche, Workshops und Filmvorführungen statt, beispielsweis am 10.2.2012 »H2Oil« von Shannon Walsh (CA). >www.hmkv.de

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20. Oktober 2011
»3. Jahrestagung Kultur- und Kreativwirtschaft Ruhr.2011«
im Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativwirtschaft

Es war die erste Tagung zur Kreativwirtschaft nach dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010: Erstmals in Kooperation zwischen dem RUHR.2010 Institut e.c.c.e. (european centre for creative economy) und der wmr (Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH) wurde die 3. Jahrestagung des KKW unter dem Titel »kreativ. wirtschaften« durchgeführt. Der Fokus lag in diesem Jahr auf der Schnittstelle zwischen Innovation und Kreativität. Rund 100 Unternehmer aus Wirtschaft und Kreativwirtschaft kamen zum gemeinsamen Dialog ins Dortmunder U, die umgebauten Räume der ehemaligen Union-Brauerei. Außen flimmerten die »Fliegenden Bilder« Adolf Winkelmanns, im Innern des neuen denkmalgeschützten Kreativstandorts Dortmunds wurde auf der präsentiert und diskutiert.

Bei meinem Panel des Praxis-Workshops von »kreativ.wirtschaften« lautete das Thema »Nachhaltiges Design – der nächste Innovationstrend: Ist das marktfähig und für wen?«. Unter Moderation von Barbara Wendling (Agentur Barbara Wendling GmbH) diskutierten Gabor Lengyel (Lengyel Design), Guido Röcken (Designkiosk), Marek Hase (Hase Bikes) und ich über Produktionsketten, Entschleunigung bei Konsum, Upcycling, Ökologische Rucksäcke, eBikes und umweltfreundliche Designansätze bei Konzept und Produktion wie beispielsweise die Charta für nachhaltiges Design der AGD oder Cradle to Cradle. Mein Statement zur Eröffnungsrunde: »Nachhaltiges Design ist umweltfreundlich, nicht unbedingt teurer und zahlt sich mittel- und langfristig aus, beispielsweise durch gesündere, hochwertigere Produkte und Dienstleistungen und stärkere Markentreue beim Konsumenten. Denn: Es gibt nichts teureres als zu billiges Werkzeug.« (Das mit dem Werkzeug habe ich in meiner Kindheit gelernt – durch einen meiner Opas, einem Architekten.)

Aufgabe für uns Gestalter: Design sollte als vierte Säule im Nachhaltigkeitsmodell verstanden werden!

Unsere Gesprächsrunde war intensiv – mit reger Beteiligung des Publikums, zeitlich allerdings etwas knapp und schon ging es vom Kinosaal im Parterre zurück ins Dachgeschoß über den Dächern der Stadt. Denn der nächste Programmpunkt war neben der Fazitrunde der Panel das »Trendbarometer Kultur- und Kreativwirtschaft 2011« (Download PDF Präsentation Studie) über den Kreativstandort Ruhrgebiet und die Preisverleihung des »u_do«:
Erstmalig wurde ein Wettbewerbspreis vergeben, der das innovative Potenzial von Geschäfts-, Gründungs- oder Projekt-/Produktideen von Gestaltern mit Sitz im Ruhrgebiet prämiert. Kurzweilig stellten die Finalisten der Shortlist ihre Projekte und Produkte vor (von Katter-Möbeln über Ausstellungsprojekten bis zur Kulturloge Ruhr). Den mit 3.000 Euro dotierten Preis gewann die Bochumerin Natali Pilic mit ihren freien Radikalen (die Stoffmonster mit wärmender Kernfüllung werden übrigens in Verbindung mit sozialen Projekten im Ruhrgebiet angefertigt!). > e.c.c.e.-Bericht zur 3. Jahrestagung KKW

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Ökorausch11 Volker, Dorothea und Naemi

AGD & ökoRausch11 Volker Riedel, Dorothea Hess u. Naemi Reymann

26. September 2011
»ökoRAUSCH – Messe für Design mit Bewusstsein«
AGD-Gruppenausstellung zur Charta für Nachhaltiges Design in Köln

ökoRAUSCH war Deutschlands erste Messe für nachhaltiges Design und ist eine immer noch einzigartige Schnittstelle zwischen Design, Konsum, Kunst und Nachhaltigkeit. In diesem Jahr zog die Veranstaltung an einen neuen Ort, ins Bartonia Forum in Köln Ehrenfeld. Rund 2.400 Besucher folgten am 24. und 25. September 2011 den grünen Fahrrädern und Rasenpfeilen zu den Hallen der ehemaligen 4711-Seifenfabrik in Köln Ehrenfeld – trotz des warmen spätsommerlichen Wetters.

Neben Möbel, Taschen, Mode und Accessoires war auf der Designmesse auch die Allianz Deutscher Designer (AGD) mit einer Gruppenausstellung präsent: Gezeigt wurden Konzepte und Produkte nachhaltiger Gestaltung von Unterzeichnern der AGD-Charta für nachhaltiges Design und Dorothea Hess (Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit) präsentierte am Samstag die Charta. Das Faltblatt zur Charta wurde übrigens auch unter nachhaltigen Aspekten produziert: gedruckt mit EarthCOLORS® (den ersten komplett ökologischen Druckfarben, die es auf dem Markt gibt) auf Papier mit dem Blauen Engel.

Am Stand der AGD gab es viele gute Gespräche und fachlichem Austausch unter Kollegen und Interessenten. Viele AGD-Mitglieder waren am Stand (als Helfer wie Besucher) und so war es auch ein gemeinsames Treffen auch mit Partnern, wie beispielsweise der Druckerei Lokay. Ich bin mit einer Präsentation meiner Ausstellung »Blaues Gold« in der Warenwelt« bei der AGD-Ausstellung vertreten gewesen und machte Standdienst!

Insgesamt 52 Designer-Stände und 9 Künstler zeigten ihre Produkte, Dienstleistungen und Kunstwerke. Dazu wurde neben leckerem Essen auch ein umfassendes Rahmenprogramm geboten: Viele Fachvorträge, eine Materialausstellung sowie eine Modenschau. Erstmalig fand das Symposium »Design als Sprache« statt – zu Design als Kommunikationsmittel von umwelt- und gesellschaftspolitischen Themen, des weiteren der Auftakt zur Roadshow »11 Impulse für Morgen« des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Insbesondere die Beiträge von Dr. Sascha Peters (Haute Innovation) und Sven Wüstenhangen (Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik) stellten sich als Highlights heraus, ebenso das Austauschprogramm mit Gestaltern aus drei Partnerstädten Kölns (Istanbul, Barcelona und Tel Aviv), welches gemeinsam mit Stadt Land Welt e.V. organisiert wurde. Die Initiatoren (darunter maßgeblich ökoRAUSCH-Gründerin Dunja Karabaic) planen für die Zukunft ihr Engagement in Richtung Bildung und Partizipation weiter auszubauen. Man darf gespannt sein auf die nächste ökoRausch! www.oekorausch.de

Die Ausstellung mit den Arbeiten der Charta Unterzeichner wurde kurz danach vom 29. September bis 1. Oktober 2011 auf der AGD-Jahrestagung »Herzenswerke« in Mühlhausen (Thüringen) gezeigt. Auf der AGD-Seite gibt es noch einen Bericht, unter anderem mit einer Diaschau der gezeigten Arbeiten.

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emieco BIld

31. August 2011
emieco – nachhaltig gestalten
Start des gleichnamigen Blogs über Gestaltung und Umweltthemen

Nachdem ich meinen Blog eauemi – Wasser ist Leben zu Themen rund um das Wasser begonnen hatte, juckte es mich in den Fingern, auch zu weiteren Themen rund um Umwelt und Ästhetik zu schreiben. So startete ich diesen neuen Blog, in dem ich in unregelmäßiger Reihenfolge immer wieder mal Beiträge und Informationen einstelle. Gestartet wird mit Ursus Wehrlis Kunst aufräumen, einer genialen Buch- und Gestaltungsidee...
Als Archiv entsteht mit der Zeit die Bibliothek – mit aus meiner persönlichen Sicht wissenswerten Informationen über Bücher, Filme und zum Thema Plastik.
Schauen Sie vorbei: http://emieco.wordpress.com/

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28. Juli 2011
Mensch und Klima – HR2 Funkkolleg
Klimaänderungen früher und heute – als Podcast

Die Sendereihe befasst sich mit den Klimaänderungen früherer Erdepochen bis hin zu den von heute. Die 26 Folgen des Funkkollegs »Mensch und Klima« sind bisher frei auf den Webseiten des Hessischen Rundfunks als Podcast abrufbar.

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20. Juli 2011
Urban Farmers – good food from the roof
Aquaponic – Karpfenzucht und Gemüseanbau auf den Dächern der Stadt

»Good food from the roof«, das Motto der Stadtbauern ist möglich durch Aquaponic, der Kombination der zwei Anbaumethoden »Aquakultur« und »Hydroponic« (d.h. Pflanzenaufzucht im Wasser – statt traditionell im Boden). Die Nährstoffe aus der Fischfarm werden für die Pflanzenaufzucht verwendet, in einem geschlossenen Kreislaufsystem. Es erfordert wenig Aufwand benötigt und kaum Strom oder Wasser. Das Schweizer System gibt es auch in Deutschland, beispielsweise im Kulturzentrum Malzfabrik Schöneberg. Dort sind die Berliner »Urban Farmers« im Containerpark »Rostlaube« aktiv. Die Nachrichtenagentur Reuters produzierte einen Filmbericht über die Kombination aus Karpfenzucht, Tomaten- und Salatanbau über den Dächern der Stadt. Investoren gesucht!

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25. Juni 2011
»Design für die reale Welt« von Viktor Papanek
Anleitungen für eine humane Ökologie und sozialen Wandel

stehen in dem lesenwerten Buch des österreichisch-amerikanischen Designers. Auch heute fast 40 Jahre nach Erscheinen ist dieses Buch aktueller denn je – ein Muß für jede (Gestalter-)Bibliothek. Für die Allianz Deutscher Designer (AGD) habe ich eine Buch-Rezension geschrieben.

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20. Juni 2011
Besichtung »Ihr Bäcker Schüren« (Ecocare Award-Preisträger 2010)
Die Düsseldorfer Xing-Gruppe »Nachhaltige Entwicklung« zu Besuch in Hilden

Beeindruckend war es – und lecker. Kann man sein nicht verkauftes Brot verheizen? Diesem Thema stellte sich der Bäcker und Unternehmer Roland Schüren auf beeindruckende Weise: »Lokalisierung« (regionale Backzutaten, viel Bio, zertifizierter »Slow Food Bäcker«), »Energiekonzept Backstube« (CO2-Reduktion, erneuerbare Energiequellen, eigene PV-Anlage, Altbrot zu Pellets, clevere Warenlogistik) und Sozialengagement (Altbrot für die »Tafeln«) u.v.m. > www.Ihr-Bäcker-Schüren.de

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Workshop N.a.t.u.r. Festival NaemiaViele duftende Eindrücke bei meinem Workshop in der »Rotunde«...

17. Mai 2011
n.a.t.u.r Festival »Tanas Duftgarten – Zirkeltraining für die Nase«
Vortrag und Workshop zu einem Gartendenkmal für Tana Schanzara

Etwa 12 Leute, darunter Stadtplaner, junge Eltern, Künstler, Tierfreunde – alt wie jung – kamen beim n.a.t.u.r.-Festival im Katholikentagsbahnhof zu meinem Workshop. Wir entwickelten gemeinsam Ideen für einen Garten am Tana Schanzara-Platz und umliegende Flächen beim Schauspielhaus Bochum. Zum Schnuppern habe ich viele (überwiegend heimische) Pflanzen mitgebracht (einige dieser Pflanzen werden zur Festivalzeit noch eingepflanzt): Zitronen-Verbene, Lavendel, Duftgeranie, Thymian, Rosmarin, Pfingstrose, Weihrauch und viele andere. Wir haben überlegt, wie Tana ein lebendiges, blumiges Denkmal gesetzt werden kann, einen Ort, an dem viele Menschen zusammen in Kontakt kommen können – mitten im Herzen der Stadt und in Theaternähe. Es wurde über Themen wie Theater, öffentliche Gärten, Stadtgrün, Heimat, öffentliche Treffpunkte, Vandalismus, Guerilla Gardening, Umweltbildung, (Baumaterial)recycling und vieles andere nachgedacht.

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Natur Festival Logo

13. bis 21. Mai 2011
»n.a.t.u.r Natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum« Festival Bochum
Was ist eine Stadt ohne ihre grünen Oasen?

Aus einer simplen Frage ist ein Festival erwachsen, das den Blick auf die Natur in der Stadt verändern wird und Nährboden für neue Ideen und Impulse ist. Vom 13. bis 21. Mai ist der Katholikentagsbahnhof am Konrad-Adenauer-Platz (Bermuda3Eck/Anfang Königsallee) das grüne Wohnzimmer Bochums. Die Vernissage findet am Freitag, 13.5.2011 um 18.00 Uhr statt.

Ich mache am 17. Mai von 17 bis 18 Uhr 30 den Workshop mit Kurzvortrag »Tanas Duftgarten – Zirkeltraining für die Nase«: Die Lieblingsblume der »Perle vom Pott« war die rote Rose. Die Blumen- und Pflanzenwelt ist aber noch weitaus vielfältiger und überraschender. Ein Ausflug im Gedenken an die unvergessene Tana Schanzara zum Ideen- und Anregungen finden rund um einen Blumen- und Duftgarten. Weitere Informationen > www.natur-festival.de

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7. Mai 2011
Große Duftausstellung »Himmlische Düfte und Höllengestank«
im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum

Europas größte Duftausstellung ist bis zum 31. Oktober 2011 erlebbar. »Himmlische Düfte und Höllengestank« wurde zunächst in den Botanischen Gärten Schloss Trauttmansdorff (Meran, Italien) gezeigt. Zahlreiche Dufterlebnisführungen und ein vielfältiges Rahmenprogramm runden die Ausstellung in Bochum ab, begleitet wird sie durch den Gartendirektor Prof. Dr. Thomas Stützel und den RUB-Riechforscher Prof. Hanns Hatt.

Die Ausstellung selbst ist in den Gewächshäusern aufgebaut, so daß man die duftgebenden Pflanzen teilweise auch in natura sehen/riechen kann. Thematisch geht es u.a. um chemische Zusammensetzungen, Aufbau von Düften bei der Parfümherstellung, Einsatz im Duftmarketing, die kulturelle Geschichte vieler Aromen aber auch biologische Aspekte (wie Anlockung oder Abwehr durch Geruch), synthetischem Nachbau (beispielsweise Vanillin). Dazu gibt es reichlich Gelegenheit zum Trainieren der Nase, z.B. mit Tuberose, Zibet, Bibergeil usw. > www.ruhr-uni-bochum.de/duft/index.html

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29. März 2011
»Bad & Kultur – Nachhaltigkeit im Alltag« – Ausstellung
Industrie-Designer der Folkwang Universität im SANAA-Gebäude auf Zollverein

Die Studenten zeigen interessante Lösungsideen aus dem Spannungsfeld von Gesundheit, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit – unter Beachtung individueller Stile und sozialer Aspekte.

Unter Leitung von Prof. Anke Bernotat (in Zusammenarbeit mit dem Designer Martin Beeh) entwickelte sich ein spannender Diskurs zwischen Gestaltern und den Projektpartnern AGROB BUCHTAL, Dornbracht und Kaldewei. Die Synergieeffekte werden auch in der Präsentation deutlich. Neben Modellen entstanden viele weitere Fragen und Aufgaben zur Badekultur der Zukunft für Designer, Produzenten und Konsumenten. Beispielsweise: Wie motiviere ich beispielsweise Hotelgäste, weniger Wasser zu verbrauchen (insbesondere in wasserarmen Regionen), wie kann Wassersparen Spaß machen, welche Nutzung von Grauwasser gibt es usw.

Prof. Jörg Eberhard, Dekan des Folkwang Fachbereichs Gestaltung zeigte Ausblicke auf die geplante weitere Ausrichtung der Folkwang Universität der Künste. Sie wird demnächst auch die Räume der ehemaligen Zollverein-Business-School nutzen. Uns Besuchern bot sich zusätzlich die Gelegenheit, das SANAA-Gebäude zu besichtigen, u.a. mit erstem Stock (10 Meter hohe Decken) und Dachterasse.

Die Modelle sind vom 29. März bis zum 7. April 2011 im SANAA-Gebäude auf dem Welterbe Zollverein in Essen zu sehen, täglich von 11 bis 16 Uhr.

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26. März 2011
WWF »Earth Hour 2011«
60 Minuten weltweite Zeichen für den Klimaschutz...

Weltweit machten tausende Städte für eine Stunde, die Earth Hour die Beleuchtung bekannter Gebäude und Sehenswürdigkeiten aus, ebenso wie viele Menschen zuhause die Lichter ausschalteten. Düsseldorf war nicht beteiligt, ich fotografierte das Wahrzeichen von Neuss – das Quirinus-Münster.

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1. März 2011
Euroshop 2011 und »grüne« Themen
Eine Spurensuche auf der weltgrößte Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels...

Es hieß, daß in diesem Jahr auf der alle drei Jahre stattfindenden Euroshop nachhaltige Materialien und Produkte im Vordergrund stehen würden... Greenbuildings waren auf der Düsseldorfer Messe durchaus Thema (insbesondere Energiesparen und verwendete Materialien), aber immer noch scheinen mir Ladenbau, Shopdesign und Messe an sich nach wie vor extrem im Umgang mit Materialien und Energie zu sein.

Die Sonderschau »Sustainovation« befasste sich mit Themen wie Ökobilanzierung (LCA), Umweltberatungen und einer Ausstellung nachhaltiger Materialien, darunter viele mit Cradle-to-Cradle-Label. Da bei der Präsentation der MC-Materialbibliotek keine Herstellernamen gezeigt werden, fast eine Art Memory-Spiel, wenn man einige Materialien bereits kennt. Mir Neues war dabei: Beispielsweise Polystereneplatten mit Aluminium aus Stanzabfällen von Joghurt und Kaffeesahnedeckeln, Matten aus recycelten Schuhinnensohlen, Bioplymere, Compounds aus Naturfasern, kompostierbare Folien aus zu 95-100% regeneriertem Zellstoff bis hin zu biologisch abbaubarem, recycelbarem Material, das für Messebanner verwendet werden kann.
Auch präsentierten sich umweltfreundlich aufgestellte Dienstleister für Standbau- und Messe, die vermehrt LED-Licht einsetzen, umweltfreundlichere Holzspanplatten und austauschbare Messematerialien anbieten, recyceln (z.B. Teppich), auf Ökotextilien drucken, selbst auf Green-IT umgestellt haben, CO2-Ausstöße kompensieren oder sogar komplett klimaneutrale Stände anbieten. Dennoch scheint die Messe-Welt einen riesigen Energie- und Materialienverbrauch zu haben...

Das geförderte Gemeinschaftsprojekt »Befair« von BPSA-Masterstudenten der FH Düsseldorf in Halle 9 bot einen überraschenden Beitrag zum Thema »Nachhaltigkeit«: Fahrräder, so angeschlossen, daß durch den Tritt in die Pedale Luftsäcke aus Spinnakertuch aufgeblasen wurden als Alternative zu den Werbesäulen mit Luftzufuhr aus Strom-Dauergebläse. Ich dachte an den Rotterdamer Sustainable Dance Club (Motto »We want your energy«), der durch die Bewegungen seiner Besucher Strom erzeugt.
»Greenwalls« sind Trend: In den ersten Hallen eher als traurige Versuche mit trockenen Efeutöpfen als Raumteiler durchgestylter Designer-Wartelounges, aber auf der Sonderfläche des »ECOParks« (Halle 13) überzeugte eine große sattgrüne Pflanzwand als vertikaler Garten. Bereits beim Betreten der Halle sorgte die »Xylothek der Münchner Schreinerwerkstätten Baumgartner für Aufsehen: Über zwei Ecken optisch in den Raum fluchtende Regale aus Holzelementen unterschiedlicher Arten und Qualitäten. Verstärkt wurde die Maßarbeit durch in sich verjüngende Regalbretter und den in der Ecke hochgezogenen Boden. Weniger auffallend aber ebenso effektiv ein Teppichfliesensystem von Anker: dezente Muster auf einfarbigem Material, die nur durch Wechsel von Lich und Schatten deutlich wurden, eine dezente Option für die Besucherorientierung in Gebäuden, natürlich hergestellt auf ressourcenschonendem Wege...

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23. Februar 2011
Semester-Abschlußpräsentation der »ecosign« im Cinenova
Studenten der Akademie für Gestaltung präsentieren in Köln Ehrenfeld

Während und nach den Passagen nutzte ich die Gelegenheit für einen Besuch in der »ecosign / Akademie für Gestaltung« in Köln. Sie wurde 1994 als Privatschule für ökologisch orientiertes Design gegründet und der Nachhaltigkeitsgedanke prägt die Philiosphie dieser Schule stark. Den »Froschkönig« (Innovationspreis für Nachhaltigkeit) erhielt Emanuel Steffens für sein Kraneberger-Projekt mit Trinkwasser aus der Leitung, das in einer schönen Karaffe präsentiert wird.

Vier Ecosigner wurden für innovative Raumkonzepte des »Transition«-Projekts vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie ausgezeichnet. Dank Michael Maxein bin ich nun stolze Besitzerin der Maja-Card und summel mit. Im Ecolog steht ein Film-Rückblick auf die Semesterabschlusspräsentation.

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20. August 2010
Hacking the City mit Richard Reynolds
Richard is back...

Im Rahmen der RUHR.2010 Kunstaktion Hacking the City sind wir wieder mit Guerilla Gardener Richard Reynolds (London) unterwegs. Zuvor stellt Richard Aktuelles zum Thema Gärtnern im Folkwangmuseum Essen vor. Anschließend wird der kleine Bollerwagen inklusive großer Schaufel, handgefertigten Seedbombs, Hortensie, Efeu, Heidekraut und Knollen unter wachsamem Blick des Museumspersonals in benachbarte Straßen gezogen und gegärtnert, was das Zeug hält (bzw. die anstehende Herbstsaison erfordert). Essen kann sich auf ein blumiges Frühjahr freuen!

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7. Juli 2010
t.a.i.b
. – Netzwerken mit Bambus
Mitten in Bochum wächst ein temporäres Gebäude aus Bambus – und ein Netzwerk aus kreativen Menschen entsteht.

Es nennt sich t.a.i.b. und bedeutet »temporäre architektonische Intervention auf einer Brachfläche«: Die rund 50 Quadratmeter große, transparente Schalenkonstruktion aus Bambusgitter, die momentan im »ViktoriaQuartier« mitten in Bochum entsteht.

Der Ort
Die Fläche liegt am Entrée des rund 5 Hektar großen Areals City Tor Süd auf einem ehemaligen Tankstellengelände. Gegenüber liegt die Spitze des »Bermuda3ecks«, einem beliebten Kneipenviertel, von hinten grenzt es an den Katholikentagsbahnhof. Eine Ebene höher rauschen im Takt auf zwei Trassen die Zuglinien (darunter die ehemalige Nokiabahn aber auch ICEs und Regionalzüge). Davor die Königsallee, die zum Bochumer Schauspielhaus führt. Ein urbaner Raum, der sich weiterentwickelt.

Das Gebäude
Konzipiert hat das Bambusgebilde der Kölner Architekt Jonathan Haehn, der damit den Open-Source-Gedanken des Internets in die analoge städtebauliche Welt holt. Er entwarf das t.a.i.b. im Rahmen seinr Diplomarbeit, bereits im letzten Sommer wurde in Köln zum ersten Mal die Konstruktion gemeinsam gebaut und bespielt. Die Webseite www.taib.me vermittelt Details zu Idee, Umsetzung und Bespielung. Jonathan Haehns Projektbeschreibung gebe ich hier mit seiner Erlaubnis wieder:

Projektbeschreibung
»TAIB, eine temporäre architektonische Intervention in einer Baulücke, bietet die Möglichkeit, brachliegenden, nicht genutzten Raum mit einer neuen Nutzung zu versehen und somit den Stadtraum seinen Bewohnern zurück zu geben. Es wird ein für die Öffentlichkeit nutzbarer Raum geschaffen, der den unterschiedlichen städtischen Diskursen, als Faktoren der Stadtentwicklung gerecht wird und der Diskussion um das Erproben von Veränderung Vorschub leistet.
Da der Kontrast zwischen Ist-Zustand und Intervention enorm ist, hat die Aktion zwangsläufig ein großes Interesse der Öffentlichkeit zur Folge. Aus ökonomischer Sicht ist die temporäre Intervention eine Variante, zu bauen und somit gesellschaftliche Impulse zu geben. Außerdem bietet es die Möglichkeit ohne wirtschaftliche Gedanken in einer Innenstadt zu planen. Dies lässt eine ungeahnte Freiheit zu, erinnert jedoch auch unmittelbar an soziale Verantwortung. Man sollte an einer lokal verbundenen, realisierbaren Utopie interessiert sein, um als Architekt zeitgemäße Lebensräume zu schaffen.«
(Jonathan Haen)
Es ist jeder aufgerufen, mitzumachen und aktiv zu werden, beim Aufbau anzupacken und das t.a.i.b. nachher mit seinen Projekten zu bespielen. Und tatsächlich macht jeder nach seinen Möglichkeiten mit. Am Montag, dem 28. Juni wurden die vorbereiten Bambushölzer angeliefert und ausgeladen, es folgte der Aufbau der Unterkonstruktion, am 1. Juli begann der Aufbau der Oberkonstruktion der vier Bambusstreifenebenen, die mit Draht zusammen gerödelt werden.
In den heißen Tagen kam ein Wasserpool dazu und besonders die Abendstunden wurden zum Arbeiten genutzt. Teilweise war es abends noch so warm, dass einem der Rödler fast aus der Hand rutschte.... Es wurde gebaut, gespachtelt, gemalert (Theken) und gerödelt. Sind alle Ebenen miteinander gut verbunden, wird gespannt: ein semitransparenter Spinnaker schütze das t.a.i.b. vor Regen und ist Hülle für eigeneFilmprojektionen. Noch läuft fremdes Filmmaterial: Die Fußballspielübertragungen im Zelt. Dort übernachtet der harte Kern der t.a.i.b.-Arbeiter. Draussenwird gemeinsam gegessen (passend zum WM-Spiel auch schon mal holländische Fritten ;-).
Alle machen mit und kommen ins Gespräch: Jonathan Haehn und seine Kölner Crew, die Projektfrauen vom ecce, Quartiersmanager, Stadtplaner, Studenten und Angestellte, Selbständige, Künstler, Musiker, Designer, 2010-Vounteers, Passanten, die spontan mitmachten...

Gemeinschaftsprojekt
Getragen wird der Start des ViktoriaQuartiers als gemeinsames Projekt der RUHR.2010 GmbH, ihres Instituts ecce (european centre for creative economy) und der Stadt Bochum, im Rahmen der Kreativ.Quartiere RUHR, gefördert von Staatskanzlei NRW, Stadt Bochum, Bermuda Gastronomie GmbH und Sponsoren sowie den Künstlern und Kreativen vor Ort.

Termine
11.07.2010 ab 15 Uhr Eröffnung
Bochum ist in der Woche Local Hero im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010, Festival »Bochum Total« findet statt).
12.07.2010 Diskussions- und Debattenabend zur künftigen Nutzung der Entwicklungsfläche City Tor Süd
13.07.2010 10 – 16 Uhr Wissenschaftstag »Welcome to UniverCity«
Neben diesen Terminen existieren viele kleine Ideen zur Bespielung, zum Beispiel:
Eine Twitterlesung, die kleinste Disko der Welt, Lichtprojektionen 2010 Lab Barcamp, Musik an Turntables, »the wall« – Vorurteile abbauen zwischen Bochumer und Wattenscheidern (Fotografie), eine Computerkunstmalschule, Bauen und Basteln mit Bambus, Gärtnern im Stadtraum. Ich selbst plane für diesen Ort eine mobile Ausstellung zum Thema »virtuelles Wasser«. Den Bericht über die »Blaues Gold«-Ausstellung finden Sie bei den Wasserwelten!

Das t.a.i.b. soll bis Anfang August bespielt werden. Und wenn sich genug engagierte Leute finden, die Verantwortung übernehmen, noch länger. Ich bin schon sehr neugierig auf die Innenbespielung, und das bevorstehende »Housewarming«. Aber erst einmal steht der Endspurt an, weitere Bambusstreifen müssen miteinander vernetzt werden...

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27. Juni 2010
Malen mit der Natur – Gras- und Mooskunst
Mit echtem Grün kann natürlich gestaltet, sogar gemalt werden...

Bereits in den 60er Jahren dachte der Visionär und Designer Victor Papanek darüber nach, daß gepflanztes Moos (in verschiedenen Farben) eine Alternative zu herkömmlichen Farb- und Strassenleitsystemen darstellen könnte (zudem günstiger, da die Kommunen teure Rasenmähkosten einsparen würden).

Mosstika Urban Greenery
Die studierte Künstlerin Edina Tokodi, eine gebürtige Ungarin, die nun in Williamsburg, Brooklyn, NY lebt und arbeitet in einer der Epizentren der »Green Guerillas«. Sie hat für das Gärtnern im urbanen Raum eine eigene Kunstform weiter verfeinert: lebendige, weil botanische Graffiti – in Form von »Moos-Kunst«.

Da »wachsen« plötzlich an den Hauswänden Häschen und Hirsche, nebenan hängt ein grünes »Bärenfell« am Baubretterzaun, da wird der Fahrplan in der U-Bahn an einer Tafel von einer herzförmigen Fläche umrahmt oder gar die Service-Banderole »Passenger Services« (so geschehen an der »Market East Station« in Philadelphia). Oder, um den Trend der Camouflage-Muster auzugreifen und witzig zu zitieren: eben diese Mustermixe, mit verschiedenen Moosstrukturen. Es gibt neben Moos auch die Variante der »grünen Tontrennung mit Sukkulenten«. Diese und weitere Werke auf ihrer Webseite.

Grasland
arbeitet – mit Gras. Dieses ist nur in seltenen Fällen gefärbt, aber meistens echt (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen). Erstmals sah ich die Arbeiten vor ein paar Jahren auf den »Passagen« in Köln (in diesem Jahr waren sie wieder dabei):

Grasbälle, die wie grüne Planeten aufgehängt im Raum zu schweben scheinen, eine ganz Fläche, wie ein Bild, eingefasst mit einem edlen Metallrahmen. Es gibt aber auch Schriftzüge »grün« ist so einer, natürlich ganz in grün.

Das in Köln beheimatete Label wurde 2005 von Bernd Oette gegründet und sieht sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design, einige der Arbeiten finden ihren Einsatzort im Bereich der Einrichtung, Messeausstattung – bis hin zu Sonderanfertigungen wie Logos und Schriften aus Gras. Die Objekte sind Einzelanfertigungen – und das kontrolliert gewachsene und getrocknete Gras nicht nur Ergebnis langjähriger Versuche, sondern auch patentrechtlich geschützt.

Mossberger Project
nannte sich das Green Graffiti auf einer Wand am Clissold Park in London. Die Künstlerin Anna Garforth brachte lange Schriftzüge an: Gedichtauszügen von Eleanor Stevens. An Shakespeares Geburtshaus in Stratford Upon Aven waren es auch schon mal Sonnette des Meisters. Inzwischen ist die Künstlerin unter anderem dazu übergegangen, Scherenschnitte auf Blättern anzubringen, und kunstvoll Begriffe an Metallzäunen einzuflechten, nur mit Blättern und kleinen Holzstäbchen (wie z.B. »Rethink«) vor einer Industriekulisse, als gelb naturleuchtende Herbstlauberinnerung!

Green Graffiti selbst gemacht
Eine Handvoll Moos sammeln – gut geeignet sind schattige Plätze oder auch Pflasterfugen, so kann manchmal Nützliches mit Praktischem verbunden werden. Das Moos zusammen mit etwas Yoghurt (drei kleine Becher) und einem gehäuften Esslöffel Zucker mit einem (Stab-)Mixer zerkleinern, ggf. unter Zugabe von etwas Wasser. Dann die Masse mit einem Pinsel an die Wand aufbringe und warten... Am besten wächst das Kunstwerk an feuchten, schattigen Wänden. Bei Gelegenheit mit einer Sprühflasche nachfeuchten. Malen geht auch mit Hilfe von Schablonen. Selbst zur Europawahl wurden Moos-Graffiti von entsprechend ausgerichteten Parteien eingesetzt (zumindest in BaWü). Allerdings sind diese Art von Graffiti ebenso wie ihre Farb-Verwandten nicht überall erwünscht bzw. erlaubt!!

Grass Advertisings
Wesentlich größer sind die »Grass Advertisings«: Wenn große Felder mit entsprechenden Blumen bunt bepflanzt werden, so daß aus großer Entfernung Schriftzüge, Logos und Muster entstehen, die zum Beispiel vom Flugzeug aus gut zu erkennen sind. Streetadvertising ist eine Firma, die PR dieser Art realisiert (das, was zu Barockzeiten in zahlreichen Gärten gemacht wurde (den »Orientteppich« in den Park pflanzen – nun im Auftrag der Eigen-Werbung...). Eine dieser Varianten sah ich zuletzt in Nijmwegen beim »Valkhofpark« Richtung Wasser auf dem Rasen in Form des Stadtwappens.

Die »kleine« Variante
Plakate als Pflanzbehälter (»Poster Pocket Plants«), die Eric Cheung und Sean Martindale für sich entdeckt habe: Taschen, herausgefaltet als Dreiecke, mit Erde und Pflanze gefüllt. Eine lange Posterwand für Kinofilme verändert sich: statt »The Ugly Truth« und »District 9« nun Green Growing Plant Power. Fahrradfahrer in Toronto entdeckten bereits mit Plakaten bepflasterte Laternenpfähle als geeignete Orte für das »horizontale Gärtnern«.

Green Walls
Konsequent weiterbegrünt, die komplette Wand hoch. So manch einer kennt das: Efeu, oder besser – da es nicht ins Mauerwerk geht – mit Weinlaub am Haus. Ich kenne das selbst sehr gut, da ich in einem solchen Haus aufgewachsen bin. Zu jeder Jahreszeit wechselte es seine Aussenfarbe und die Freude daran dauerte solange, bis ein tollpatschiger Installateur mit »ungrünem« Daumen den Hauptast des Weinlaubs durchschlug (und alles unrettbar trocken herunterhing).

Auffälliger, in der Gestaltung sicherer und aufwändiger ist es, die ganze Hauswand zu begrünen mit Farn und Bodendeckern, so wie beispielsweise die YVR Canada Line Statiom 4 Living Wall. Auch in Innenräumen, wie zum Beispiel Restaurants oder Büros gibt es grüne Wände, z.B. die Green Wall (R) und das Indoorlandscaping – für Unentschlossene auch als mobile Wand...

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11. Mai 2010
Viel Watt durch Sonne Satt – Solarbauten
Die »Woche der Sonne« ist vorbei, das Entdecken geht weiter.

Bauen mit und für die Sonne – viel zu entdecken
Das für mich faszinierendste Bauwerk, das mit Sonne zu tun hat, ist für mich neben dem »Castel del Monte« (Apulien seit Kindheitstagen der »Sonnenofen« von Font Romeu (Four solaire de Font-Romeu) im Languedoc-Rousillon:
Auf unwegsamen und kahlen Gelände hoch in den Pyrenäen gelegen – nahe alter Katharerfestungen – befindet sich einer der größten alten Solaranlagen Frankreichs. Zahlreiche Spiegel sind in einem Tal auf einen zentralen Punkt gerichtet, wie ein großes Brennglas. Das Kraftwerk in Odelló verfügt 1MW thermische Leistung und Temperaturen bis rund 3600°C und wurde 1968 - 70 zu Forschungszwecken gebaut. Mann kann Wanderungen und Fahrten zum Ofen unternehmen.

Wie die Sonennblume – das Heliotrop
Die südamerikanischen Tempel dagegen kenne ich nur aus Foto und Filmberichten, ebenso verhält es sich für mich mit ägyptischen Tempelanlagen. Im Süden Deutschlands, in Freiburg dreht sich ganz viel um Solartechnik: Selbst ein Haus, das sich um seine eigene Achse immer der Sonne nach drehen kann: Das Heliotrop, eines der bekanntesten Solarhäuser und Plusenergiehaus Deutschlands, gebaut 1994. Der Architekt Rolf Disch baute ebenfalls in Freiburg einen der ersten Gewerbebauten als Plusenergiehaus, dazu große mit Photoivoltaik ausgestattete Siedlungen.

Solarstadt Gelsenkirchen und Akademie Mont-Cenis Herne
Solarsiedlungen ähnlicher Art gibt es auch im Ruhrgebiet. Und tempelähnlich so manche neue Anlage, die mit Photovoltaik arbeitet, in Gelsenkirchen ist es zum Beispiel der Wissenschaftspark, der auf seinem Dach eines der größten Solarstromkraftwerke besitzt, rechnerisch betrachtet kann es den Jahresenergiebedarf von 40 Vier-Personenhaushalten decken. In Herne befindet sich die Akademie Mont-Cenis, eine Mikroklimahülle mit dachintegriertem Solarkraftwerk (derzeit mit 10.000 qm Photovoltaik das Größte der Welt): Im Innern der Glashülle eine kleine »Stadt« mit Tagungsräumen der Fortbildungsakademie des Innenministeriums NRW, Cafés, städtischen Einrichtungen (z.B. kürzlich Wahllokal) und kleinen Plätzen mit Palmen. Zusätzliche Energie wird durch die Nutzung von ausströmendem Grubengas erzeugt (das Gebäude befindet sich

Watt statt Koks – auf der Kokerei Zollverein
Schon mal eine Fahrt in einem Riesenrad gemacht, das nur mit der Sonne betreiben wird? Das geht auf dem Gelände der Kokerei des Weltkulturerbes Zollverein, mit einem nabenlosen, mit Photovoltaik betriebenen Riesenrad. Es wurde 1998 im Rahmen des Abschlusses der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA) in Betrieb genommen, man konnte damals sogar »Watt kaufen«. Im Moment gibt es Reparaturarbeiten an den Ofenbatterien, aber bald kann man sicher wieder damit fahren. Meist ist es an den Wochenenden in den Sommermonaten in Betrieb und kann kostenfrei benutzt werden. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 gibt es zahlreiche Gelegenheiten für diese »Rundfahrten«. Bestimmt wird es bei der Extraschicht, der Nacht der Industriekultur am 19. Juni gefahren.

Man erhält einen schönen Überblick über das Kokereigelände und ebenfalls interessant ist es, wenn die Gondel in »den Untergrund« fährt, in die »Keller« der ersten Batterien (die ganze Reihe besteht aus mehr als 200 Öfen!)… Keine Sorge: Warm ist es nicht (die Öfen hatten früher 1.000 Grad), im Sommer eher erfrischend kühl! Und wer noch mehr Erfrischung haben möchte, kann sich nebenan ab Mitte Juli bis August im »Werksschwimmbad« erfrischen und dann auf dem kleinen Holzdeck Sonnenbaden. Das Kunstprojekt aus zwei zusammengeschweißten Überseecontainern steht dort seit 2001 und ist bei Kindern und Jugendlichen der angrenzenden Stadtteile sehr beliebt!

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1.- 9. Mai 2010
Die Woche der Sonne
Vom 1. bis 9. Mai findet die bundesweite Solarkampagne Woche der Sonne statt. Initiator ist der Bundesverband Solarwirtschaft. Rund um das Thema Sonnenergie geht es in Unternehmen, Solarinitiativen, Schulen und Kommunen. Es finden Solarfeste, Vorträge, Solarberatertage und Tage der Offenen Tür statt.

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1. Mai 2010
Internationaler Sonnenblumen-Pflanztag
Die Woche beginnt mit dem 1. Mai. Der ist nicht nur Feiertag als Tag der Arbeit und dazu da, um sich vom Tanz in den Mai auszuschlafen. Ein geeignetes Mittel für Spaziergänge der besonderen Art ist das, was seit einigen Jahren ein paar Leute machen: Guerilla Gardening. Guerilla Gardening bedeutet wildes Gärtnern ohne Genehmigung – manchmal geduldet – meist im öffentlichen (Stadt)raum, auf Industriebrachen und anderen Flächen. Einer der bekanntesten Gärtner ist der Londoner Richard Reynolds, der seit 2004 die Webseite www.GuerillaGardening.org betreibt und vielen Blumenfreunden ein Forum bietet. Von ihm hab ich auch erfahren, dass der 1. Mai ein besonderer Tag für die Sonnenblume ist: Der International Sunflower Gardening Day.

Die Brussels Farmer pflanzen immer am 1. Mai Sonnenblumen. Inzwischen ist diese Bewegung richtig groß geworden. Beim Pflanzen sollte man allerdings beachten, dass Sonnenblumen sehr groß werden können und entsprechend gepflegt werden sollten (Gießen, Anbinden, etc.). Richard Reynolds zählt sie zu den »Überraschenden Pflanzen«, die manchmal deplaziert wirken, dadurch aber auch besonders auffallen, da sie zum einen sehr groß sein können, oder aber auch seltsam aussehen.

Die Sonnenblume aus der Familie der Korbblütler kommt ursprünglich aus Nord- bis Mittelamerika, die Inkas verehrten die Sonneblume als Abbild ihres Gottes, sowohl Bilder dasvon wie auch Samen wurden durch spanische Seefahrer 1552 nach Europa gebracht und ab da auch in Europa angebaut, zunächst als Zierpflanze, später auch für Backwaren, als Kaffeeersatz, Knabberei, Vogelfutter und seit dem 19. Jahrhundert auch für die Gewinnung von Pflanzenöl für verschiedene Zwecke (in der Medizin, für Farben und Lacke bis hin zum als Kraftstoff). Man hat beobachtet, dass sie sich meist der Sonne zuwendet, so heißt sie in Frankreich auch »Tournesol«, einen wie ich finde sehr passenden Namen.

Bei den Sonnenblumen gibt es auch kleine, buschig wachsende Sorten, die etwa nur 30 bis 40 Zentimeter groß werden statt bis zu vier Meter großen Riesen. Ich habe z.B. eine Zwergsonnenblumensorte namens Pacino, die nicht sehr groß wird... Sonnenblumen bevorzugen eigentlich feuchten Boden, werden aber auch in trockener Erde bis zu zwei Metern groß. Zudem sind sie in der Lage, kompakten Boden aufzulockern und sogar ihm Schadstoffe zu entziehen, wie beispielsweise Blei (in diesem Fall der gewünschten Bodenentgiftung sollten die Kerne dann nicht als Nahrung dienen!).

Man kann den Feiertag und das Wochenende gut zu einem Ausflug nutzen, vielleicht zum Gärtnern, oder um sich von einer besonderen Halde aus die Gegend anzusehen, zum Beispiel in Herten nahe Recklinghausen auf der größten Sonnenuhr des Ruhrgebiets.

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31. März 2010
Reverse Graffiti – Kunst mit Hochdruckreiniger und Bürste
Reverse Graffiti (auch Green Graffiti) bedeutet »Malen durch Sauermachen«

Reverse Graffiti – was ist das?
Mit einem Hochdruckreiniger werden verschmutzte Teile einer Oberfläche gereinigt und damit Formen gemalt, teilweise unter Verwendung von Schablonen. Das Reinigen geht im Prinzip auch mit Bürsten, allerdings dürfte das Risiko zu groß sein, den Untergrund zu beschädigen...
Auf der Reverse Graffiti Project-Webseite ist ein Film eingebunden, der einen dieser Künstler Paul »Moose« Curtis in Aktion zeigt. Curtis bearbeitet im April 2008 in San Francisco die große Wand des Broadway Tunnel, er zaubert Blumenmuster an die stark von Autoabgasen verschmutzte Fläche. Auch in Paris, Amsterdam, Berlin und anderen Metropolen sind die Gestalter mit dem Hochdruckreiniger unterwegs, in Berlin zum Beispiel am Halleschen Tor und am Tacheles an der Oranienburger Straße.

Straßenkunst an der Hauptverkehrsader A40
In Deutschland kann man am Sonntag, den 18. Juli die Erstellung eines Graffitis nach dieser Methode aus nächster Nähe mitbekommen – ganz legal, aus nächster Nähe und in aller Ruhe: ein Kunstprojekt aus der Reihe GrenzgebietRuhr. An diesem Tag wird die A40, die Hauptschlagader des Reviers mit dem höchsten Verkehrsaufkommen Deutschlands im Rahmen des Kulturhauptstadjahres Ruhr 2010 für den Autoverkehr gesperrt.
Die großangelegte Aktion heißt Still-Leben Ruhrschnellweg: Es wird die längste Tafel der Welt aufgebaut, mit 20.000 Tischen auf 60 Kilometern und man kann zu Fuß und per Fahrrad, Inlinern, Tretroller etc. dort entlang flanieren.

Bei der Abfahrt A33 in Bochum Hamme (an der Stelle geht eine Straße über die A 40, beim Still-Leben-Tag müsste das der »Block 72« sein) kommen die Kärcher-Hochdruckreiniger zum Einsatz. Sie bringen mit Schablonen an den Brückenwänden den Entwurf des Künstlers Klaus Dauven »Schnellweg« an die Wand, bzw. »malen« durch Reinigen. Große kreisförmige Formen, die solange Bestand haben werden, bis die nächsten Abgasverschmutzungen die Gestaltung mit neuen Schichten überzogen haben.

In Bochum kann man bereits an einer anderen prominenten Stelle Reverse Graffiti entdecken: Auf dem Gelände der Jahrhunderthalle, entlang der Auffahrt finden sich Reverse Graffiti an den Beton- und Felswänden – auf dem Weg zur Festspielhalle weisen sie auf die Ruhrtriennale hin – mit dem Logo und einem Symbol, das für drei Weltreligionen steht, denen sich das Kulturfestival widmet.(es ist allerdings keine Arbeit von Klaus Dauven).

Wasserwegweiser – mit Wasser gemalt
In Wien haben Künstler am Meiselmarkt vor längerer Zeit mit Schablonen einen Wegweiser mit Kilometerangaben zu Wüstengebieten (wie z.B. der Sonorawüste und zur Sahara) und zur nahen »Wasserwelt« aufgebracht. Die Wasserwelt ist eine aus sieben verschiedenen Brunnenanlagen bestehende Wasserkunst-Installation, die sich im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus erstreckt (vom Meiselmarkt bis zum Kardinal-Rauscher-Platz). Jährlich finden dort die »Wasserweltfeste« statt.

Neue alte Werbeformen
Auch Werbeagenturen haben diese Graffitis längst als Werbeform entdeckt, z.B. betreiben Dirtystreetads aus Bristol in dieser Form Eigenwerbung, aber auch für Festivals, Veranstaltungen, Magazine, Radiosender und Läden im Skater-, Surf- und Streetwearbereich.

Green Graffiti (Norman Wezel aus Hoek van Holland wurde mit seiner »GreenGraffiti® – Duurzame communicatie« für den Young Sustainability Award 2008 nominiert. Dieser niederländische Film zeigt ihre Arbeit.

(Nachtrag: Leider fräste Straßen NRW bereits Mitte Oktober 2010 unangekündigt die komplette Seitenwand und zerstörte das Graffiti, schade!)

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18. März 2010
Guerilla Gardening mit Richard Reynolds in Essen
Erst Theorie – dann Praxis, Richard Reynolds stellt sein Buch vor.

Die Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, Zweig NRW lud ihn in die Buchhandlung Proust nach Essen ein und er kam. Er kam, um sein Buch vorzustellen und um mit uns zu gärtnern: Richard Reynolds, Guerilla Gardener aus London, Autor des Buchs »Guerilla Gardening – Ein botanisches Manifest« (Orange Press Freiburg). Begrüßung und Übersetzung machte die Sprecherin des Vereins, die Gartenbauingenieurin und Autorin Dorothée Waechter. Es wurde viel gebuddelt, gepflanzt, gelacht und sogar ein »Schatz« gefunden (ein geldloses Portemonnaie mit alten Fotos).

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21. Februar 2010
Zwischen Kappes und Zypressen – Gartenkunst an Emscher und Ruhr
Die Direktorin der Ludwiggalerie Dr. Christine Vogt eröffnete gestern die Ausstellung über die Gartenkunst an Emscher und Ruhr...

In mehr als 200 Jahren hat sich das Land von Kohle und Stahl zu einer eigenen Kulturlandschaft gewandelt und wenn es auch nicht jeder weiß: Das Revier besitzt eine einzigartige Gartenkunst! Anlagen aus der Zeit des Barock, wie beispielsweise bei Schloß Borbeck bis zum Stil des englischen Gartens. Durch Gründerzeit und Reformbewegung entstanden öffentliche und private Gärten, so daß das Ruhrgebiet bis heute von diesen vielfältigen Gartenlandschaften geprägt ist.

Ludwig Galerie
Die Ludwig Galerie befindet sich seit 1998 in den Räumen des Oberhausener Schlosses. Sie präsentiert ein sich immer wieder wechselndes Ausstellungsprogramm, basierend auf der Haltung des Sammlerehepaars Irene und Peter Ludwig, »dass alle Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart eine innere Verbundenheit aufweisen«.

Schloss Oberhausen
Geprägt durch die Nähe zu Industrie- und Freizeitgesellschaft steht das klassizistische Schloss am Ende des Kaisergartens. Daneben tost der Autobahnverkehr der A42, etwas weiter sieht man Schlepper und Lastschiffe auf dem Rhein-Herne-Kanal entlang ziehen, gegenüber steht die »große Tonne«, der Oberhausener Gasometer und in nächster Nachbarschaft das Freizeit- und Einkaufszentrum CentrO...

Stahl – Zwischen Kappes und Zypressen
Im ersten großen Ausstellungsraum läuft man direkt auf die namensgebenden Ausstellungsbilder zu: Rechts hängt »Kappes« (wie man im »Ruhrpott« den Kohl nennt): »Roter Kohl« von Walter Bötticher), links davon Zypressen auf einem Entwurf von Erwin Barth für den Nordmarkt in Dortmund von 1907. Beide rahmen eine monumentale Industriesituation ein: Fritz Gärtners Bild des Hochofens Hamborn. Der Kappes steht dabei für Realität und Nutzen, die Zypressen für Traum und Erlesenes. Beide stehen in einem wechselseitigen Spannungsverhältnis zwischen Bauherren und Künstlern, den Gärtnern, Architekten, Malern und Bildhauern.

Gezeigt wird viel: Die Entwicklung von Adelsgärten und bürgerlichen Privatbauten und Gärten, die Anfänge des Landschaftsgartens im Rheinland, verschiedene Gartenstile der Epochen, aktuelle Gestaltungstendenzen, der »Verein zur Verschönerung«, Denkmalkult, Nutzgärten, Gartenstädte, Volksgärten (wie der »Kaisergarten«), Gartenbauausstellungen bis zu heutigen Entwicklungen. Unter dem Dach verbildlicht eine große Emschertalreliefkarte dies auch mit einer Datenprojektion. Angesichts der vielen Bilder, Architekturpläne, Bepflanzungsnotizen (interessant Kuranlage Homburg!), Photos, Karten, Poster und Jugendstilvasen ahnt man, wie viele verschiedene Leihgeber an dieser Ausstellung neben Galerie und Emschergenossenschaft beteiligt sind.
Ebenso vielfältig wie die Exponate ist auch das Publikum an dem Abend. Man liest amüsiert »Der Jugend zum Spiel – Dem Alter zur Ruh – Der Stadt zum Schmuck« (über den Nordmarkt Dortmund). So mancher entdeckt »Oppa sein klein Gärtchen« auf den Kleingartenplänen. Selbst die schwungvollen Jugendstilzeichnungen von Bäumen auf den Plänen sehen wie Kohlköpfe aus (jedenfalls bei den Zeichnungen von Hermann Muthesius :-)

Ich überlege bei den über hundert Jahre alten Gemälden, die im Schloßpark Herten angefertigt wurden, ob die Bäume dort noch existieren. Denn die Anlage besitzt alte Bäume aus allen Teilen der Welt, systematisch mitgebracht, verzeichnet und angepflanzt. Unter den über 300 Baumarten befinden sich auch Kuriositäten wie Taschentuch- und Tulpenbaum, Sumpfzypressen und viele mächtige Baumgiganten. Ich staune darüber, was Karl Ernst Osthaus und Henry Van de Felde (die ich bisher mit Hagen und Hohenhof verband) in der Region in Bewegung brachten und erfahre mehr über die Gartenplanungen 1783 in Essen Borbeck der Fürstäbtissin Maria Kunigunde. Die Malerin Ida Gerhardi (1862-1927) brachte übrigens mit als eine der ersten den Impressionismus nach Deutschland.

2010: Ein Gartenkunstwerk entsteht
Alle Besucher bekamen Sonnenblumensamen in einem kleinen Topf von Paaren, die in historischen Kostümen durch die Räume flanierten. Dies ist auch als Auftakt zu verstehen, denn Oberhausen bleibt aktiv bei der Gartenkunst.

Bereits seit 1999 beschäftigen sich Ludwig Galerie und Emschergenossenschaft mit der Gestaltung der Landschaft, der Emscher-Entwicklung und ihrer Wirkung auf die Kultur- und Stadtlandschaft der Region inklusive Emscher Landschaftspark. Der nebenanliegende Kaisergarten als größtem Ausstellungsexponat kommt während der nächsten Wochen und Monate eine besondere Aufmerksamkeit und Bedeutung zu durch Gartenkunstgeschichte in Aktion: Die Anlage wird durch Landschaftsarchitekten gestalterisch und ökologisch aufgewertet, dazu entsteht die begehbare Brückenskulptur des deutschen Bildhauers Tobias Rehberger (im Rahmen der Ausstellung EMSCHERKUNST.2010).
Gartenkunstangebot: Die Galerie bietet verschiedene museumsdidaktische Angebote an, Vorträge zur Gartendenkmalpflege, Gartenkunst, Führungen, Parkspaziergänge, Lesungen, bis zum Kongress über zeitgenössische Gartenkunst und Landschaftsarchitektur im Mai im internationalen Kontext.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
»Zwischen Kappes und Zypressen« vom 21. Feburar bis 24. Mai
Di bis So 11–18 Uhr geöffnet, Mo geschlossen > www.ludwiggalerie.de

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11. Februar 2010
Berlinale 2010 – 60 Jahre und neue grüne Wege
Die inzwischen 60jährige Berlinale wird mit dem Alter grün...

Februar in Berlin, da fröstelt es manchen... Berlin liegt eben nicht am Lido oder Mittelmeer – und die Berlinale in der Jahreszeit, die Seed beim »dicken B« mit »im Winter tut’s weh« treffend besingen. Die ersten Festivals fanden im Sommer statt, ab 1978 verlegt sie der zweite Berlinale-Chef Wolf Donner in den Winter. Trotzdem übt es auf viele einen besonderen Reiz aus, das Festival mitten im Herzen der Großstadt – mit einem engagierten Publikum, mutigen Programmen. Gerade das bindet viele über die Jahre. Die große Filmfülle zeigt das Geburtstagsplakat: Alle 15.000 Filmtitel seit Beginn der Berlinale 1951...

Wetter wie Kino: Eigenwillig
Ingmar Bergmann (1958), die Nouvelle Vague in den 60ern, amerikanische Meister wie Robert Altman, Milos Forman, Gus van Sant u.a. Man suchte die Nähe zu politischen Themen: Entstanden im Kalten Krieg zeigte es krittische Filme, über den Vietnam-Konflikt (1970 Michael Verhoevens Film »O.K.«) oder Holocaust (mit Claude Lanzmanns Zeitzeugen-Befragung »Shoah«), und es öffnete sich früh in Richtung Osteuropa.
Während Deutschland noch geteilt war, zeigt die DEFA auch ihre besten Filme hier im Westen. Ende der 80er richtete man die cineastischen Blicke Richtung Asien (früher als andere) und der chinesische Filmemacher Zhang Yimou erhielt den Goldenen Bären. Seit 1987 bietet das Festival mit dem Quer-Filmpreis »Teddy« auch für die schwul-lesbische Filmszene ein Forum. So etwas geht nur in einer Großstadt.

Grüner Veranstalter
Die Großstadtlage passt übrigens ausgezeichnet zu der neuen Ausrichtung, die die Berlinale-Macher bereits im Dezember ankündigten: Das Festival solle ab sofort mehr auf Klimafreundlichkeit hin ausgerichtet sein.

Eine der Bedingungen ist beispielsweise eine gute Erreichbarkeit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, eine gute Infrastruktur für Unterbringung oder Catering mit Produkten aus ökologischem Landbau und fair gehandelte Waren. Ich bin gespannt, ob CO2-Fußabdrücke Flugreisender kompensiert werden oder Gäste in umweltfreundlichen Gruppentaxen oder Fahrradrikschas vorgefahren werden.

Ich fand einen bayrischen Automobilkonzern als Mobilitäts-Sponsor (der allerdings auch umweltverträgliche Fahrzeuge in seiner Flotte besitzt), dann wären noch Blumenbukets fair gehandelt, der Kaffee öko und fair, so wie die angebotenen Säfte; die Weine zumindest stammen aus Deutschland, das Bier sogar aus Berlin, das Mineralwasser aus Italien (aber das kann ja noch werden :-). Statt Currywurst mit Pommes Bio-Gastroführer »Berlin isst Bio«.

Dazu wäre es optimal, wenn sämtliche Berlinale-Drucksachen entsprechend produziert würden (die Stadt verfügt über viele auf klimaneutralen Druck und Produktion ausgerichtete Druckereien) und das Stadtplakatierunternehmen auch auf Material mit Blauen Engel zurückgriffe... Hoffen wir, daß zumindest die ersten Schritte glaubhaft in die angekündigte Richtung gegangen werden!

Grüner Film – Green Me
In der Green Me Lounge werden Filme mit umweltpolitischem Hintergrund aus dem Berlinaleprogramm fachkundig kommentiert. Initiiert haben dies (seit 2007) die beiden Regisseure Nicolai Niemann und Donald Houwer (der die Berlinale noch aus Hospitantenzeit kennt und selbst junger Vater). Thema dieses Jahres in der Lounge: »Erde, Feuer, Wasser, Luft«. Partner ist der Naturschutzbund, aber eines steht fest: Es geht nicht um trockene Umweltlehrfilme, denn ein guter umweltkritischer Film muss in jedem Fall ein guter Film sein. Nicht Kinder bei Umweltaktionen, Dokus über Krötenwanderungen, sondern um Naturbeobachtung mit sensiblen Kameras, Filmemachen mit High-Tech-Möglichkeiten. Wer Die Bucht kennt, weiß welche Richtungen sich für Dokumentarfilme mit Umweltaspekt eröffnen.

Eigene Drehbuchideen können jeweils zum Sommer eingereicht werden. Acht ausgewählte Treatments werden von der Jury (in diesem Jahr Jessica Schwarz und Hannes Jaenicke) besprochen. Grüner Filmtipp der Initiatoren: Programme im Forum und im kulinarischen Kino danach durchschauen, dazu »Alamar«. Eine Geschichte an der mexikanisch-karibische Küste von Vater und Sohn, im Einklang mit dem Korallenriff und dem Wasser lebend.

Und sonst?
2010 werden filmische Grenzen überschritten, Vergangenes im Hier und Jetzt & globaler Wagemut gezeigt, die Carte Blanche des Filmemachens (im 40. Forum) und Perspektive Deutsches Kino, Berlinale Shorts mit offenem Blick (Kurzfilme), das 8. Berliner Talent Campus und Rückblick durch die Retrospektive »play it again...!« (Filme von einst, gesehen mit dem Blick von heute). Spannend, wenn man bedenkt, wie sehr sich unser Medienverhalten verändert und den Medienkonsum beschleunigt hat. Studien zeigen, dass beispielsweise »Metropolis« unseren Sehgewohnheiten nach inzwischen als »zu langsam« erscheint. Aus dem Grund entwickelt vor Jahren der 80/90er Jahre Komponist Giorgio Moroder seine musikalische Neubegleitung – inklusive schnellerem Abspielen des Films.

Metropolis
Fritz Langs Meisterwerk kommt in diesem Jahr außerhalb des Wettbewerbs zu besonderen Ehren: Die restaurierte Urfassung wird am Freitag, dem 12. Februar im Berliner Friedrichsstadt-Palast aufgeführt, begleitet vom Rundfunk-Symphonie-Orchester Berlin (RSB). Tipp für die ohne Karten in Berlin: Großbildleinwand am Brandenburger Tor oder Liveübertragung arte um 20h15!

Diese Premiere ist etwas besonderes, galt die Urfassung lange Zeit als verschollen. Das 153-Minuten-Werk aus den UFA-Studios war 1927 erstmals in Berlin gezeigt worden und galt damals mit drei Millionen Reichsmark als immens teuer. Der Film floppte, wurde auf 118 Minuten eingekürzt und ab da galt der weg geschnittene Teil galt als unauffindbar. Metropolis war seiner Zeit weit voraus und inspirierte viele spätere Science-Fiction-Filme (wie z.B: Bladerunner) mit seiner Ästhetik und dem aufwändigen Kulissenbau. Erst 2008 tauchte im Filmmuseum Buenos Aires eine Kopie in schlechtem Zustand auf, mit Happy Ending: Der Film konnte restauriert werden – und das gelang nur durch die Unterstützung durch Szenenverweise auf der Filmmusik-Partitur.

Das Orchester klingt im Friedrichsstadt-Palast bestimmt imposant. Ich kenne bisher nur Live-Klavierbegleitungen und kleines Orschester: Beispielsweise Deutschlands dienstältesten Stummfilmpianisten Willy Sommerfeld beim Braunschweiger Filmfest (er spielte noch als über 100jähriger!).

Wie jedes Jahr berichten 3sat, RBB und arte live. Das komplette Programm ist sich auf der Berlinale-Webseite mit Videoportraits, Statements, Anekdoten und Erlebnissen von Regisseuren, Schauspielern, Produzenten und Fans (von Andreas Dreesen bis Edward Zwick): Film ab!

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17. September 2009
Bionic Design und die IAA
Die Internationale Automobilmesse in Frankfurt und das Thema Ökologie....

Öko ist in
man berichtet gern über effiziente Fahrzeuge, über den Spritverbrauch (weniger über Ökobilanzen bei Produktion/Entsorgung oder umweltfreundliche Fahrweise). Dennoch scheint mir die Berichterstattung der IAA in erster Linie nach Sensationen wie »schneller, größer, weiter« zu gehen, dekorativ flankiert von weiblichen Fotomodellen. Mir klingen O-Töne nach: »PS-Feuerwerke«, »Überflieger«, »450 PS und breiten Reifen«, »Turbo-Sprint von 0 auf 100 in 3,4 Sekunden«. Bei kleineren Autos erwähnt man gern das »emotionalen Fahren« – und dazu etwas »Ökoschick« (Green-Design für LOHAs?). Immerhin soll sich zum ersten Mal auch ein Carsharing-Anbieter auf der Messe präsentieren... Vielleicht gibt es dafür bei der nächsten nutec auch Aussteller aus dem Transportbereich.

Konzeptautos
Wenn ich davon ausgehe, wie lange bereits Modelle für effiziente Wagen existieren und welche Chancen Bionik und Cradle-to-Cradle bieten, wundert es mich, daß die Straße für diese Autos noch so lang ist. Der Autobauer mit dem Stern präsentierte 2005 öffentlich sein spritsparendes »Bionic Car«, als Vorbild diente der Kofferfisch. Als Taucherin staune ich immer wieder, wie flott diese klobig wirkenden Fische vorankommen, ich werde neugierig auf Bionikumsetzungen im Technikbereich. Nach einigem Suchen entdecke ich das Kofferfischauto beim Hersteller in der Rubrik »Automobile der Zukunft«, Zeitpunkt der Markteinführung unbekannt. Lieber wäre mir die Rubrik der Neu- oder gar Gebrauchtfahrzeuge...

Warum bietet der Markt in diesem Segment nicht mehr Auswahl? An der Nachfrage kann es aus meiner Sicht nicht liegen. Logisch dauert eine Entwicklung, Ideen dafür existieren bereits seit langem.

Elektroautos
Wird beim Thema »Elektroauto« eigentlich ein ehrlicher Dialog geführt, oder konkret nach dem Stromanbieter gefordert, der seine Energie aus regenerativen Energien gewinnt? Und wie sehen die Wertstoffkreisläufe der Fahrzeuge aus? Welchen ökologischen Fussabdruck hat mein Auto bereits verursacht?

Aber etwas Zeit haben wir ja noch, um auch das zu klären. Einige Elektroautos sind bereits im Handel oder stehen kurz vor ihrem Markteintritt. So z.B. der Stadtflitzer Twizy, bald der nur 500 Kilogramm schwere Sportwagen E-Wolf E2. Das Stadtmobil Reva NXR soll Anfang 2010 zu erhalten sein, die Hybrid-Linousine Karma Mitte 2010, Fluence und Kangoo Be Bop gehen ab 2011 in Serie. Die nächste Smart-Generation ist erst für 2012 angekündigt. Ein Jahr später sollen der Kleinstwagen e-up und der E-tron in den Handel kommen.

Als Studie existieren neben dem bereits erwähnten Kofferfisch-Auto, u.a. Zoe, i10 Electric, FT-EV und Vision Effect Dynamics, ein Ein-Liter-Auto existiert (noch) in der Archiv-Schublade eines großen Autobauers aus Niedersachen...

Im Bereich der nachhaltigen Technik existiert bereits einiges. Spannend wird es, wenn das Fahrzeug bereits im Gebrauch ist oder ganz kurz vor seiner Markteinführung steht. Kein (großes) Thema für diese Messe - vielleicht als »Kuriosität« zur Unterhaltung. Falls diese Modelle auf der Messe nicht präsentiert werden, hier stelle ich sie vor (ok, das dritte ist ein Wasserfahrzeug, warum nicht auch für Straße oder Schiene?):

Bambusauto
Tabontabon Organic Transport Industry (TOTI) hat ihren Sitz in der Provinz von Leyte auf den Philippinen. TOTI entwickeln Autos, die zu 90% aus Bambus bestehen, zu 100% mit Biodiesel fahren. Die Busse schaffen mit ihren Antrieben Steigungen von bis zu 20%, eine Tankfüllung Biodiesel reicht für eine 8 Stundenfahrt. Zwei in Handarbeit gefertigte Mini-Busse sind im Einsatz.

Elektro-Solar-Auto
Ab 2010 kommt ein serienreifes Elektroauto mit Solarzellen auf dem Dach auf den Markt: Das Blue Car ist das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts des Auto-Designers Pininfarina und dem bretonischen Batterie-Hersteller Bolloré. Das Fahrzeug ist 3,65 Meter lang, 1,6 Meter hoch, 1,72 Meter breit und für vier Personen. Ausgestattet mit regenerativen Bremsen und Lithium-Metall-Polymer-Batterien, die Reichweite beträgt 250 km... Laut Hersteller werden alle Materialien in der Konstruktion so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Produktion ist in der Nähe von Turin.

»RiverGym« – Antrieb durch menschliche Energie
Der Architekt Mizchell Joachim hat ein schwimmfähiges Fitness-Studio konzipiert, die Sportler treiben das schwimmfähige Transportmittel RiverGym NY mit eigener Muskelkraft an. Die an den Geräten entstandene Energie wird über Transformatoren in elektrische Energie umgewandelt, eine transparente Kuppel schützt vor Witterungseinflüssen und ermöglicht die Sicht nach außen – auf dem Wasserweg auf Manhattan Island. Ich bin gespannt auf weitere Ideen.

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8. August 2009
Antibodies/Antikörper: Design von Fernando & Humberto Campana
Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt momentan eine interessante Retrospektive von brasilianischem Design im Zeitalter der Globalisierung.

Die brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campana gestalten mit alten Handwerkstechniken, Natur- und Recylingmaterialien Designobjekte im Zeitalter der Globalisierung.

Design und Globalisierung
Die beiden gelten gegenwärtig als die bedeutendsten Designer Lateinamerikas. Sie arbeiten für internationale Hersteller von Möbeln, Leuchten und Wohnaccessoires, fertigen aber auch in ihrem Atelier in São Paulo vor allem Einzelarbeiten von Wohnobjekten an. Aus Holzabfällen entstehen Stühle, Seile und gefundene Materialien, sogar Plüschtiere werden verbunden zu Sitzmöbeln. Seit Jahren fallen die Designarbeiten der beiden, die oft in mühevoller Handarbeit und kleinen Auflagen entstehen, auf. Ihr »Favela Chair« ist zusammengestückelt aus vielen Holzleisten der karibischen Kiefer. In ihrer Heimatstadt errrichtet man aus diesem Holz Gerüste für Behausungen, schnell auf- und wieder schnell abgebaut. Dieser Stuhl ist das einzige Möbelstück, das Edra in Brasilien für den europäischen Markt produzieren lässt – eine Kuriosiät.

Seile werden zu Kostümelementen des Nationalballetts im Pariser Nationaltheater. Rote Wollschnüre zur Sesselsitzfläche. Ein Kronleuchter verbindet Natur und künstlichen Luxus in Extremform: Oben Raffiabast - unten mit LED bestückte Kristalle, er wirkt wie eine Glitzerqualle mit Basthut... Gebogene bunte Gummistücke, die an große Seerosen erinnern... :-) Ein Sofa aus großen Plüschelementen , ein Seestern stand Pate stand, ein Raumtrenner nicht als leichter Paravent sondern aus dunkler Kohle. Einige kennen vielleicht den Sessel aus zusammengeschnürten Stofftieren (teilweise auch Plüschfiguren aus der Disneywelt). Für die einen eine kuschelige Sitzwelt, für andere wird die Geschichte einer verlorenen Kindheit in einer global durchgestalteten (Marken)welt.

Überhaupt die Auseinandersetzung mit den globalen Veränderungen, die sich besonders in Brasilien extrem zeigen: Extrem reich neben extrem arm, São Paulo, ein der am schnellsten wachsenden Megastädte Südamerikas, die Favelas, die weiter voranschreitende Ausbeutung der Regenwälder. Themen, mit denen sich nicht nur Designer auseinandersetzen. Aber die beiden Designer können vielleicht ein Vorbild sein für Kollegen in dieser globalisierten Welt.

Themen im Vitra Design Museum
Im Vitra Design Museum läuft noch bis zum 28. Februar 2010 die erste große Retrospektive der 20-jährigen Zusammenarbeit. In Themengruppen werden künstlerische Strategie, Motive und Inspirationsquellen der beiden Brasilianer erforscht: Gefundene Objekte, Organik, Gebogene Flächen, Papierobjekte, Haufen, Fragmente, Stäbe, Hybride, Filme.

Die Künstler-Biografien erfährt man als Besucher nebenbei. Schade, aber verständlich, dass man auf vielen der Sitzobjekte nicht testweise einmal Platz nehmen kann und stattdessen mit Holzklötzen oder dem Boden vorlieb nehmen muss. Es reizt einen immer wieder, dennoch sind Prototypen, Unikaten und Experimente nicht zum Ausprobieren gedacht. In der Cafeteria stehen ein paar Campana-Stühle aus größerer Auflage zum Sitzen. In Sichtweite das Original aus Naturmaterialien (Holzsitzfläche mit Besenborsten als Rückenlehne), der produzierrte Stuhl mit Kunststoffborsten erstrahlt in Weiß.
In den geschwungenen Treppenaufgängen des von Frank O. Gehry gebauten Museums hängen Objekte aus der Sammlung der Designer, brasilianische Schaustücke, Objekte aus recycelten Materialien. In den Fenstern und unter der Decke ihre mögliche Alternative zur PET-Flaschensammelei: Blaue und grüne leichte Gebilde wie Wolken aus aufgeschnittenen Plastikflaschen, gehalten mit Kabelbindern. Im ersten Stock sieht man, wie Stofftiere aussehen, die bei der Produktion von Holzplatten in die Maschine geworfen wurden (ja, ein Experiment!), auf einem Podest Kunststoff Monoblock-Gartenstühle, die von kunstvollen Flechtwerken »erobert« wurden, tatsächlich war dies auch die Idee der Designer:

Wie sieht die Welt aus, wenn sich die Natur die durchgestaltete Welt wieder zurückholt? Zu gerne würde ich mich auch mal auf einen solchen Stuhl setzen... Jede Menge Fragen und Visionen, die die beiden Brasilianer aufwerfen. Zum Glück bleibt man damit nicht allein: Das Vitra Museum entwickelt zusammen mit den beiden Campanas in einem gemeinsamen Projekt weiter, dazu finden Workshops und Veranstaltungen statt für Designer und Designinteressierte.

Das Vitra-Campus-Gelände ist auch so interessant. Es verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen des modernen Möbeldesigns und bietet viel für Architekturfans: Derzeit befindet sich ein neues Gebäude von Herzog und de Meuron im Bau, das aus vielen einzelnen aufeinander geschichteten Häusern zu bestehen scheint, schräg gegenüber eine geodätische Kuppel des Architektur-Visionärs Buckminster Fuller, in der Nähe die Feuerwehrstation der Londoner Architektin Zaha Hadid...

Antibodies/Antikörper Arbeiten von Fernando und Humberto Campana 1989 - 2009, Vitra Design Museum in Weil am Rhein (nahe der Schweiz)

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30. Juni 2009
Vienna Vegetable Orchestra - Gemüsemusik
Mit Gemüse kann man essen zubereiten – oder Musik machen. Vorausgesetzt, man lässt die Regel, dass man mit dem Essen nicht spielen soll, außer acht! So wie das »Erste Wiener Gemüseorchester«.

Auf einem Grashalm geblasen oder mit Bambusstöcken oder auf einer Kalebassse herumgetrommelt hat sicher schon mal der eine oder andere, aber komplette Musik machen mit Gemüse? Das war auch mir unbekannt. Das Erste Wiener Gemüseorchester macht dies mit verblüffenden Instrumenten und erstaunlichen Geräuschen.

Auf der Extraschicht, der langen Nacht im Ruhrgebiet waren sie nun in der vergangenen Samstagnacht in der Hattinger Henrichshütte zu hören –in großer Besetzung. So bekommt die Initiative Jedem Kind ein Instrument (JEKI), die im Ruhrgebiet seit einiger Zeit mit großem Erfolg läuft für mich einen ganz neuen Sinn. Und mögliche neue Ausrichtungen, denn meist sind es die Kosten für das Instrument, die oft als Hinderungsgrund genannt werden. Nicht jeder kann sich »mal eben« eine Kindergeige kaufen! Und wenn man dann auch noch davon ausgeht, dass viele Schulkinder inzwischen zu dick sind (auch aufgrund mangelnder Bewegung und zu fettreicher Ernährung) könnte dies eine Lösung sein, die zudem auch Spaß macht! Statt Blocklöte mal eine Karottenflöte...

Gurkophon und Karottenflöte
Auf einer Videoleinwand gibt es animierte Gemüseausschnitte, davor spielt das Orchester in einer Besetzung von rund zehn Leuten. Im Raum riecht es ein wenig nach Speisegurken. Zum Schluss wurden die Instrumente nach vorne Richtung Zuschauerraum geworfen. Anschließend erhalten die Zuhörer die Gelegenheit, die Musik-Gemüse näher anzuschauen bzw. dürfen sie auch ausprobieren und mitnehmen. Na denn mal guten Appetit!
Möhren als Mundstücke, in der Mitte eine ausgehöhlte Zuchini, als Schalltricher vorn eine aufgesteckte Paprika, fertig. Ein Kohlkopf mit einer Zuchini, die man mit einem fetten »Ploff« aus dem Kohlkopf ziehen kann, Ratschestäbe aus Mohrrüben, Kastagnetten aus Auberginen (die allerdings nur ein paar Stücke lang halten). Eine Zuchini mit vorgespannter Gemüsemembran, die beim Hineinpusten kreischende Geräusche verursacht. Lauch- und Gemüseblätter, die rascheln und Flöten aus Mohrrüben. Verstärkt wird mit Mikrofon, denn einige Instrumente sind leiser als andere. Ich erfahre im Gespräch mit einer Musikerin, dass der Rhabarber sich als Zwischending aus Gemüse und Obst gerade noch als Instrument eignen würde, aber klassisches Obst in diesem Ensemble nicht gespielt wird. Ob es irgendwo auf der Welt wohl auch ein Obstorchester gibt, z.B. mit Melonentrommeln, Apfelscheibenrasseln usw. wer weiß?

Ein Zuschauer versucht sich an einem großen geschnitzten ausgehöhlten Rettich, das Geräusch klingt in meinen Ohren nach röhrenden Hirschen und einem Didgeridoo... Wir ahnen, dass es gar nicht so einfach ist, diese Gemüse anständig zum Klingen zu bringen. Beim Saxophon braucht es ein ganzes Jahr, bis man es gezielt spielen kann, heißt es. Wie lange es wohl bei manchen dieser Instrumente dauert?

Vienna Vegetable Orchestra
Das Vienna Vegetable Orchestra gibt es seit dem Jahr 1998. Es kommt aus Wien und spielt überall auf der Welt, im Jahr sind es 20 bis 30 Konzerte. Es gibt keinen Leiter, alle Musiker arbeiten zusammen. Gemeinsam entstand die Idee zu dieser Art von Musik, die alle sehr ernst nehmen. Die Musiker betonen zudem, dass sie keine »eingefleischten Vegetarier oder Veganer seien« (und man sollte ihnen diese Frage besser auch nicht stellen, da sie das extrem oft gefragt werden ;-)

Das Orchester hat keinen Musikschwerpunkt, die verschiedenen Stile mischen sich zusammen: Zeitgenössische Musik, Beat-orientierte House Tracks, experimentelle Elektronik, Free Jazz, Noise, Dub, Clicks’n’Cuts. Manchmal auch abhängig von den Gemüsesorten...

Instrumentenbau
Einige Instrumente wie beispielsweise Gurkophon, Lauchgeige, Karottenflöte und Zellerbongos werden auf der Webseite vorgestellt, auch gibt es dort Hörproben und Videoausschnitte. Bei der »Sendung mit der Maus« soll es einen Film über den Bau eines der Gemüse-Instrumente geben. Oft werden zum Bau Bohrmaschinen, scharfe Messer und Küchengeräte verwendet. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Gemüse frisch und in gutem Zustand sind, da sich dies auch auf den Klang auswirkt. In Folien abgepackte schlappe Supermarktgemüse eignen sich wenig als gute Instrumente. Nach dem Spielen landen einige Gemüse in der Suppe, werden an das Publikum verschenkt oder kommen auf den Kompost.

Kontakt
Webseite Gemüseorchester www.vegetableorchestra.org

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19. Juni 2009
Duftforscherin Sissel Tolaas
Die Welt der Gerüche ist dem modernen Menschen so gut wie verschlossen. Die Duftforscherin Sissel Tolaas möchte dies ändern...

Die Welt der Gerüche ist dem modernen Menschen so gut wie verschlossen. Nicht, daß wir etwa keinen Geruchssinn mehr hätten – wir schnüffeln an unserem Essen oder unserem Wein, wir riechen gelegentlich eine Blume und merken meist, wenn irgendwo Gas austritt (es sei denn, der Gasanbieter mischt keinen gut erkennbaren Warngeruch mehr bei). Normalerweise ist das Riechen aber für die meisten verschwommen.

Wenn wir lesen, daß Napoleon in einem Brief an Josephine »Wasch dich nicht – ich komme heim« schrieb, finden wir das amüsant und tun es gern als schrulliges Verhalten ab. So wie die Tatsache, das der Kalender vom Volk der Onge auf den Adamanen-Inseln im Indischen Ozean auf jahreszeitlich typischen Gerüchen beruht...

Ein in Vergessenheit geratener Sinn
Wir sind so sehr daran gewöhnt, das Sehen – eng gefolgt vom Hören – für die beherrschende Wahrnehmungsart zu halten. So sehr daß wir uns eine solche Welt, die sich vor allem mit Hilfe des Geruchssinns erschließen läßt, einfach nicht mehr vorstellen können (wobei sich das Wort »vorstellen« schon selbst verrät). »Wenn wir unerwartet etwas riechen, das wir nicht sofort zuordnen können und das nicht besonders lästig ist, ignorieren wir es einfach.«
(Douglas Adams)

Die Nase ist nur noch mehr oder weniger ein Anhängsel des Menschen, man könnte fast meinen, die Nase sei gerade noch gut genug, um Schnupfen zu haben… Überhaupt, das Riechen scheint ziemlich in Vergessenheit geraten zu sein, existierten im Mittelalter noch rund 60 Wörter für den Begriff des Riechens, kommt heutzutage der Mensch gerade noch auf ein kümmerliches Dutzend. Und es gibt seltsamerweise auch kein Wort für »nicht riechen«, es gibt blind, taub und stumm, aber kein normal sprachliches…

Kunst für die Nase
Dennoch, die Gerüche und Aromen gehen uns sehr viel an: Das Parfüm, sagen die Parfümeure, sei die Kunst für die Nase. Diese Kunst wird allerdings nicht von den Künsten bedient: Skulptur, Malerei, Musik, wo bleibt die Nase ? Um die Genüsse olfaktorischer Art, wie man den geruchlichen Bereich auch nennt, kümmern sich die Duftmacher; den so genannten »Nasen« ist es möglich, über rd. 2.000 Duftkomponenten voneinander zu unterscheiden und vor allem miteinander zu komponieren. Düfte sind eine sehr persönliche Sache, wie z.B. ein Kleidungsstück, das paßt oder nicht. Oft leitet uns unbewusst die Nase nach, manch einen kann man einfach »nicht riechen«. Wahlverwandtschaften sind immer Geruchsverwandtschaften. Gerüche bestimmen unser Verhalten, leisten zu den entsprechenden Empfindungen, wie z.B. Angst, Wut, Lust usw. ihren Beitrag, je nach Reizschwelle.

Duftmarketing
Man läßt nichts unversucht, den Menschen per Geruch zu manipulieren Es gibt motivierende Aromen in japanischen Büros, beruhigende Mentholdüfte bei der Flugzeuglandung, sogar unternehmensbezogen – wie der Reiseveranstalter Kuoni, dessen Duft Unternehmenswerte verkörpert und länderbezogen, wie z.B. die Hotelkette Swissness, die nach Alpenblumen und Enzian riecht. Dazu Rosenwasseraroma in der Pariser Metro, Brötchenduft in der Fußgängerzone – bis hin zum Autoneuwagenspray… Die Neusser Firma Magic Box e.K. Special Events hat sogar eine Duftbox entwickelt, mit der Flächen von einem bis zu 3.000 Quadratmetern punktgenau dosiert beduftet werden können, dazu Konzepte für Duftkinos.

Künstler und Duftforscher
Trotzdem, es gibt keine echte Wissenschaft für Gerüche, kein Museum, wenn, höchstens im Kopf, wenn einen z.B. bestimmte Gerüche an seine Kindheit erinnern. Hugo Kükelhaus begab sich bereits mit seinem »Erfahrungsfeld der Sinne« auch auf die Spur der Nase und schuf einen Riechparcours. Zu seinem 25. Todesjahr finden in diesem Jahr einige Veranstaltungen statt.

Glücklichweise gibt es die Künstlerin und Forscherin Sissel Tolaas. Die gebürtige Norwegerin befasst sich mit der Erforschung von Gerüchen. Seit 2006 ist sie Professorin an der Harvard Business School für »unsichtbare Kommunikation und Rhetorik«. In Berlin hat sie ihr Labor, das IFF re_searchLab, gefördert durch den Duftproduzenten Flavors & Fragrances Inc., der sie auch mit Proben versorgt. Die restlichen 7.000 Proben organisierte sie selbst: Vom Kameldung bis zum Angstschweiß.

Sie erschafft auch Düfte für Städte, so konnte man auf der Designausstellung »Entry« auf Zollverein in Essen auch Gerüche von großen Metropolen riechen, neben Berlin auch das Ruhrgebiet. Einer der bekanntesten Tolaas-Düfte ist »Fear«, einer unglaublichen Kombination aus Angstscheiß. Ich war einmal bei einer Museologen-Tagung, bei der die Referentin (die Architektin Ute Ziegler) diesen Duft in einem Gefäß mitbrachte – und zum Glück für die Besucher dann doch nicht öffnete... Die Reaktionen, von denen Frau Ziegler berichtete, waren zumindest sehr extrem: Sissel Tolaas testete diesen Duft zu einer Party und machte die Beobachtung, daß die Frauen Abstand zu ihr hielten dagegen die Männer nicht mehr von ihr weichen wollten.

Derzeit forscht sie u.a. an der Charité mit Ärzten im Bereich der Kinderabteilung. Moleküle in einer Wandfarbe können sich zum Beispiel im limbischen System festsetzen und zeigen Wirkungen. Für die, die selber forschen wollen: »Sense Sensitive Design« und »Emotional Mapping« seien hier als Stichwörter genannt. Ziel ihrer Arbeit ist für Sissel Tolaas, die Welt für einen bewussten Umgang mit Gerüchen zu sensibilisieren.

Weiterführendes
Hugo Kükelhaus www.hugo-kuekelhaus.de
Sissel Tolaas www.iff.com und Artikel über Sissel Tolaas in der Brandeins
Roman »Das Parfüm« von Patrick Süskind, verfilmt von Tom Tykwer
Hörbuch »Dem Rätsel des Riechens auf der Spur – Grundlagen der Duftwarnehmung« von Hans Hatt
Magic Box e.K. Special Events, Neuss > www.duftregie.de
Symrise (früher Haarmann & Reimer) >www.symrise.com

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9. Mai 2009
Cradle to cradle – Nachhaltiges Design
Natürliche Ressourcen wie Öl werden knapper, die Preise steigen, Gedanken über alternative Materialien kommen auf. Einer dieser Ansätze heißt »Cradle-to-cradle«.

»Cradle-to-cradle« – oder auch C2C bedeutet so viel wie »von der Wiege bis zur Wiege« und steht für nachhaltigen Verwendung von Materialien. Inspiriert durch die Natur, die keine Probleme mit Abfall hat. Abfall bedeutet hier »Nahrung«. Oft sind die mit dem Produkt zusammenhängen Stoffströme nicht unter dem Gedanken der Ressourcenerhaltung geplant und umgesetzt.

Der Name basiert auf dem Buch »Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things«, das von dem Chemiker und Verfahrenstechniker Prof. Michael Braungart und dem Architekten William McDonough geschrieben und 2002 veröffentlicht wurde. Mittlerweile wurde es in weitere sechs Sprachen übersetzt, die Internationale Umweltforschung GmbH EPEA bildet eine Plattform zu diesem Ansatz.

Produkte landen oft auf dem Müll, werden aus Kostengründen untrennbar hergestellt (z.B. durch Verleimung, Aufdampfen, Verschweißen) mit festen Verbindungen (statt Verschraubung), der Verschleiß mit einkalkuliert. Klar, man soll neu nachkaufen.

Auch Cradle-to-Cradle Produkte können hochprofitabel sein, nur richtet sich diese neue industrielle Revolution mehr nach dem Vorbild der Natur. Ziel dieser Bewegung ist, in Zukunft intelligenter zu produzieren, so dass es nur noch zwei Arten von Produkten gibt:
komplett biologisch abbaubare und technische, die ohne Qualitätsverluste endlos in einem Recycling-Kreislauf wiederverwertet werden. Es geht nicht darum, auf Konsum zu verzichten oder weniger zu verbrauchen – nur sinnvoller und sogar manchmal auch bequemer (z.B. wenn defekte Produkte abgeholt und repariert zurückgebracht werden).

Bedingungen für einen technischen Kreislauf
- klare Beschreibung der Anforderungen an das Produkt
- es kann nach dem Gebrauch einfach in seine Bestandteile zerlegt werden
- und den natürlichen Materialkreisläufen zugeführt werden
- bei Produktion, Montage und Demontage dürfen keine chemischen Hilfsmittel und Zusatzstoffe Verwendung finden.

Der Fachkongress nutec widmete sich im vergangenen November 2008 in Frankfurt mit großem Erfolg zum Cradle-to-Cradle Thema. C2C-Pioniere finden sich auch im Nachbarland Holland: Joost Backus von Koekoek und Maarten Kuypers vom qreamteam bauten im Venloer Viertel Q4 das »CreaLab« auf. »Dutch Design meets German engineering« als Motto der länderübergreifenden Arbeit: In Vorträgen sensibilisieren sie (auch deutsche) Gestalter und Unternehmen für C2C. Weitere Information bietet die Firma Material ConneXion in Köln. In ihrer umfangreichen Materialbibliothek erhalten Fachbesucher Informationen zu neuen Materialien und deren Herstellern. Bis zu 33 neue Materialien werden monatlich öffentlich im Showroom »begreifbar« präsentiert. Seit 2008 auch mit C2C-Materialien.

Erfolgreiche Produkbeispiele nach dem C2C-Prinzip
- Bürostühle (z.B. von Steelcase), mit nur wenigen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegbar,
- Holzarchitektur (z.B. von Thoma) mit Holzdübel-Verbindungen
- Arboform®, ein thermoplastischer Holzwerkstoff oder Holz, das im Spritzguss-Verfahren erfunden wurde: Liquid Wood® von Jürgen Pfitzer und Helmut Nägele (Fraunhofer Gesellschaft). Der Werkstoff ist ein Abfallprodukt der Papierherstellung.
- hartes Titan Wood®, Accoya® Holz: Nutzholz, produziert aus schnell wachsendem Holz, das durch ein Aufkochen in einem Essigbad zu Hartholz wurde. Es ist fester als Teak, benötigt keine chemischen Konservierungen und weist viele umweltfreundliche Eigenschaften auf (der Muster-Holzblock roch übrigens nur leicht nach Essig!).

In anderen Produktbereichen existieren bereits Folien aus Kartoffelstärke (Solanyl), Verpackungen aus Maisstärke (NaturWorks). Moonen Natural produziert kompostierbaren Verpackungen und Einwegartikel aus Jute, PLA (Polymilchsäure), Palmblatt u.a. Ferner gibt es Dämmplatten aus Zelllulose (Isoflex) und Algen, man bettet sich auf der »Lupranol BALANCE«-Matratze, aus Schaumstoffen, die Verenda-Öl (Elastogran) enthalten. Weites Feld für die Entwicklung biogener Verpackungen, auch für das Verpackungszentrum Graz.
Selbst Bücher können (wenn sie nicht bereits digital angeboten werden) aus synthetischem Papier aus Kunststoffharzen und anorganischen Füllstoffen hergestellt werden, mit PEFC-zertifiziertem Papier, statt Einschweißfolie Pergamin-Papier.

Natürlich sollten bei solchen Produktentwicklungen aus meiner Sicht immer überlegt werden, daß die verwendeten Materialien oft Nahrungsmittel für andere Menschen darstellen (die diesen dann nicht zur Verfügung stehen) oder Anbauflächen für Lebensmittel geblockt werden und wo unnötige ökologische Rucksäcke existieren (z.B. durch lange Transportwege). Oft ist auch die Schwelle zur grünen Gentechnik gering. Ich denke gerade mit Bauchschmerzen an die für die Stärkegewinnung ausgesäten genmanipulierten Amiflora-Kartoffeln...

Sicherlich wird dazu ein sinnvoller Dialog auf verschiedenen Seiten geführt werden müssen. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass in Designbereichen neue Anforderungen und Möglichkeiten für nachhaltige Produkt-Entwicklungen entstehen und wünsche mir Gestaltern und Konsumenten ein Bewusstsein für Cradle-to-Cradle!

Buchtipss
»Einfach intelligent produzieren« (die deutsche Ausgabe von »Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things«), ISBN 3-442-76183-2

»Design Ecology – Neo-grüne Markenstrategien« von Jutta Nachtwey und Judith Mair, ISBN 978-3-87439-763-6

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16. April 2009
Ein Leben für die Tiere – Bernhard Grzimek zum 100. Geburtstag
»Guten Abend, meine lieben Freunde. Wie Sie sehen, habe ich heute wieder einen besonders possierlichen Kameraden mitgebracht.«

So begrüßte Professor Dr. Bernhard Grzimek in den 60er und 70er Jahren seine Fernsehzuschauer. Mit im Studio meist ein mehr oder weniger auffälliges Tier (von Affe über Löwenbaby bis zur Schlange), das seine Moderationen manchmal störte.

Ein Platz für Tiere
»Ein Platz für Tiere« war im deutschen Fernsehen mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent mit eine der erfolgreichsten Sendungen aller Zeiten. Eine sehr wohl kalkulierte Mischung aus Unterhaltung, verbunden mit ein wenig Wissenschaft und Aufklärung. Grzimek war ein Showtalent, mit Erfolg für seine Anliegen: Zum Ende der Sendung wurde meist ein Spendenaufruf zur »Hilfe für die bedrohte Tierwelt ausgesendet, gespendet wurde reichlich. Am 24. April 2009 wäre der erfolgreiche Zoologe 100 Jahre alt geworden.

Frühes Umweltengagement
Ein Leben lang begleiteten die Tiere den gebürtigen Oberschlesier, der gelernte Tierarzt übernahm nach dem zweiten Weltkrieg als Direktor den Wiederaufbau des stark zerstörten Frankfurter Zoos, der bereits am 1. Juli 1945 wurde wiedereröffnet wurde.

Anfang der 50er führte es ihn nach Afrika: »Serengeti darf nicht sterben« wurde 1960 als erster deutscher Film mit dem Oscar ausgezeichnet. Der öffentliche Erfolg und Einsatz für die Umwelt forderte allerdings auch private Verluste, bei den Dreharbeiten kam sein Sohn Michael in Afrika ums Leben. Grzimek machte diszipliniert weiter, trug seine Trauer nicht nach außen: Er stellte Film und Buch fertig und schrieb die Doktorarbeit seines Sohns zu Ende.
Nicht nur in Afrika kämpfte der Verhaltensforscher um den Erhalt der Lebensräume. Als einer der ersten zeigte er das bestialische Abschlachten von Robbenbabys und prangert die Massentierhaltung an – und geht dabei nicht zimperlich vor. Von 1970 bis 1973 war Bernhard Grzimek Beauftragter der deutschen Bundesregierung für den Naturschutz, er gründete namhafte Organisationen wie beispielsweise den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) – zu einer Zeit, als von Umweltschutz noch wenig die Rede war.

Bis zu seiner Pensionierung am 30. April 1974 blieb Bernhard Grzimek Direktor des Frankfurter Zoos und bis zu seinem Tode 1987 war er Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt 1858 e.V., die er nach ihrem 35 jährigen Ruhen 1858 reaktiviert hatte. Claudia Sewig, die Autorin der vor kurzem erschienen Grzimek-Biografie sieht ihn als »Abenteurer, Karrierist und Visionär«.

Anlässlich des 100. Geburtstags widmet ihm das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen Hösel mit »Mein Leben für die Tiere« eine Sonderausstellung.

Am 20. April wird im Zoogesellschaftshaus im Frankfurter Zoo die Grzimek-Biografie »Der Mann, der die Tiere liebte« präsentiert. Gäste sind die Autorin Claudia Sewig sowie Dr. Markus Borner, Wegbegleiter und Grzimeks Nachfolger in der Serengeti/Afrikareferatsleiter der ZGF, und Professor Dr. Manfred Niekisch, Direktor des Zoos Frankfurter seit 2008.
Der SWR strahlt »Ein Leben für die Tiere« am Samstag, dem 18. April ab 20h15 aus, mit dabei der Enkel Christian Grzimek, der seinen Großvater auf vielen Afrikareisen begleitete, die Grzimek-Biografin Claudia Sewig und der »Gepardenmann« Matto Barfuss. Der Hessische Rundfunk widmet ihm am gleichen Tag ab 0:15 Uhr eine ganze Nacht – mit einem Film von Erika Kimmel und Bernd Isecke. Wer erinnert sich nicht seine Sendungen? Und wer schmunzelt nicht über die »Steinlaus«, mit der Loriot als Grzimek-Double ihm ein Denkmal setzte...

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Grüne Buchempfehlungen

»Connected! – Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist« von Nicholas A. Christakis und James H. Fowler, S. Fischer Verlag 2010

»Zukunftsfähiges Deutschland in einer gobalisierten Welt – Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte«, eine Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Umwelt, Energie«, Fischer Taschenbuchverlag Frankfurt a. M. 2008

»World Changing« Hrg. Alex Steffen, Knesebeck München 2008

»Guerilla Gardening – Ein botanisches Manifest« von Richard Reynolds, Orange Press Freiburg 2009

Weitere Buchempfehlungen finden Sie auf unserer Seite Kopfweide!

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